Editorial Reha-Info 01/2026

Liebe Leserin und lieber Leser,
„wer misst, kann steuern“ – dies gilt auch für Rehabilitation und Teilhabe 2024 erreichen die trägerübergreifenden Ausgaben erstmals 52,3 Mrd. Euro, ein Plus von 10,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahlen zeigen: Rehabilitation ist kein Nischenbereich mehr, sondern zentral für Teilhabe, Gesundheit und gesellschaftliche Stabilität.
Auch Strukturen und Kennzahlen zeigen Dynamik: Mit Inkrafttreten des SGB XIV wurde die Trägerstruktur im Bereich des Sozialen Entschädigungsrechts neu geordnet. Die Zahl der berichtspflichtigen Träger sank von 256 auf 93, die Meldetreue bleibt hoch – über 90 Prozent
der Träger liefern ihre Daten zuverlässig.
Die Antragszahlen blieben insgesamt bei 3,2 Millionen stabil. Die gesetzliche Unfallversicherung verzeichnete einen Zuwachs von 13,7 Prozent, andere Bereiche gingen leicht zurück. Über alle Träger hinweg wurden 83,7 Prozent der Anträge bewilligt, knapp 13 Prozent abgelehnt. Die Bearbeitungsdauer variiert stark.
Hinter diesen Zahlen stehen vor allem Menschen mit Beeinträchtigungen: Erwachsene, die nach Krankheit oder Unfall wieder am Arbeitsleben teilnehmen wollen, Kinder und Jugendliche mit körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderungen, die schulische und außerschulische Teilhabeleistungen benötigen, aber auch ältere Menschen, die möglichst selbstbestimmt leben möchten. Die Entwicklungen zeigen, dass präventive Maßnahmen, frühzeitige Interventionen und schneller Zugang zu Reha- und Teilhabeleistungen entscheidend sind, um Teilhabe zu sichern und gesundheitliche, soziale oder wirtschaftliche Folgen zu vermeiden.
Die Daten verdeutlichen den Handlungsdruck für Politik, Verwaltung und Leistungserbringer. Digitalisierung, interdisziplinäre Zusammenarbeit und effiziente Prozesse sind zentrale Faktoren, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden. Nur wer Kennzahlen im Zusammenspiel betrachtet, kann Maßnahmen gezielt verbessern und Ressourcen sinnvoll einsetzen. Die in dieser Ausgabe der Reha-Info präsentierten Zahlen aus Ausgabenstatistik und Teilhabeverfahrensbericht liefern eine fundierte Grundlage, um Entwicklungen einzuordnen, Reformbedarf zu erkennen und Entscheidungen für eine bedarfsgerechte, inklusive Versorgung zu treffen.
Herzliche Grüße und alles Gute für Sie
Ihre Gülcan Miyanyedi
