Rückblick auf die Forschung
zu Reha und Teilhabe des Jahres 2025 – eine Auswahl
Auf dieser Seite fassen wir das Forschungsjahr 2025 im Hinblick auf Fragestellungen zu Reha und Teilhabe zusammen. Dabei handelt es sich um eine Auswahl, die eine Übersicht einschlägiger Forschungsberichte, Datensammlungen und Reports enthält, die 2025 auf Deutsch publiziert wurden sowie öffentlich zugänglich und teilhaberelevant sind. Die Berichte beschreiben wir kurz für Sie, damit Sie schnell einen Überblick gewinnen können. Mit Hilfe weiterführender Links gelangen Sie direkt zu den Webseiten der Forschungsberichte, -projekte bzw. der forschenden Institutionen.
Wenn Sie uns Hinweise oder Anregungen für das aktuelle Jahr schicken wollen, kontaktieren Sie uns gerne unter forschung@bar-frankfurt.de.
Forschungsberichte, Datensammlungen und Reports
Die Beiträge lassen sich nach folgenden Themen unterscheiden:
- Rehabilitation, Teilhabe und Inklusion
- Berufliche Teilhabe / Teilhabe am Arbeitsleben
- Soziale Teilhabe
- Teilhabe an Bildung
- Teilhabe im Kontext Gesundheit
Rehabilitation, Teilhabe und Inklusion
Teilhabeverfahrensbericht 2025 (BAR, 2025)
Der Teilhabeverfahrensbericht 2025 gibt auch für das Jahr 2024 wieder Einblicke in das Leistungsgeschehen bei Rehabilitation und Teilhabe. Er zeigt, dass mit insgesamt etwa 3,2 Mio. Anträgen ähnlich viele Anträge auf Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe gestellt wurden wie im Vorjahr. 83,7 % der Anträge wurden bewilligt, wobei die Bearbeitungszeiten stark variieren. Trägerübergreifende Teilhabeplanungen sind mit 0,4 % der entschiedenen Anträge weiterhin sehr selten. Neun Bundesländer haben dieses Jahr bereits Daten unterschiedlichen Umfangs bei der BAR im Hinblick auf regionale Zahlen des THVB angefragt. Generell soll der Bericht als Grundlage für fachlichen Austausch und Strategien zur Verbesserung der Abläufe im Reha- und Teilhabeprozess dienen.
Reha-Bericht 2025 (DRV, 2025)
Der Reha-Bericht 2025 (DRV) enthält Statistiken des Berichtsjahres 2024 zu Umfang, Strukturen, Prozessen, Ergebnissen und Aufwendungen medizinischer und beruflicher Reha-Leistungen (LTA) im Zuständigkeitsbereich der Rentenversicherung. Außerdem werden aktuelle Entwicklungen im Bereich der Reha-QS, Sozialmedizin, Reha-Wissenschaften und Digitalisierung in der Reha erörtert. So wurden 1,6 Mio. medizinische Reha-Anträge bei der DRV gestellt, 16% der durchgeführten medizinischen Rehabilitationen waren ambulant, 83% der Rehabilitanden waren zwei Jahre nach Reha-Ende erwerbsfähig, 20% aller LTA-Leistungen waren berufliche Bildungsleistungen, insgesamt hat die DRV 8,3 Mrd. Euro für die Rehabilitation verausgabt.
Statistik der Deutschen Rentenversicherung - Rehabilitation 2024 (DRV, 2025)
Die DRV-Statistik zur Rehabilitation 2024 stellt umfangreiche Daten zu medizinischen und beruflichen Reha-Leistungen (LTA unter Einschluss beruflicher Bildungsleistungen) bereit. Im Bereich der medizinischen Rehabilitation wird zwischen ambulanter und stationärer Rehabilitation unterschieden. Die Statistik umfasst Analysen zu den häufigsten rehabegründenden Diagnosen und beleuchtet deren jeweilige Reha-Dauer. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der onkologischen Rehabilitation und der Kinder- und Jugendrehabilitation. Im Bereich der beruflichen Teilhabe werden u.a. Maßnahmen zur Wiedereingliederung sowie Erfolgsquoten bei der Rückkehr in den Arbeitsmarkt dargestellt. Subdifferenzierungen nach Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Altersgruppe, Maßnahmeart und Erwerbsstatus vor Antritt der Rehabilitation werden vorgenommen.
Reha-Atlas 2025 (DRV, 2025)
Der Reha-Atlas 2025 (DRV) stellt alle Teilhabeleistungen der Rentenversicherung in Grafiken dar. Im Fokus stehen diesmal die Präventionsleistungen der DRV (RV Fit), aber auch Teilhabeleistungen bei Rehabilitanden mit ausländischer Staatsangehörigkeit (Reha-Inanspruchnahme von 0,9% im Vergleich zu 3,1% bei Rehabilitanden mit deutscher Staatsangehörigkeit) sowie Veränderungen der Behandlungsschwerpunkte („von Rücken zu Psych“) bei den Rehabilitanden und die Erhöhung des Altersdurchschnitts der Rehabilitanden (im Mittel 53 Jahre).
Abschlussbericht Repräsentativbefragung zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen (infas im Auftrag des BMAS, 2025)
Die „Repräsentativbefragung zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen“ (kurz: Teilhabesurvey) untersucht die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in unterschiedlichen Lebensbereichen im Vergleich zu Menschen ohne Beeinträchtigung. Dabei werden sowohl Personen in Privathaushalten befragt als auch Bewohnerinnen und Bewohner in besonderen Wohnformen und im betreuten Wohnen für Menschen mit Behinderungen sowie in Alten- und Pflegeeinrichtungen. Eine qualitative Vertiefungsstudie erhob Daten zu Beeinträchtigung und Gesundheit, Partnerschaft und Familie, persönliche Sicherheit sowie Bildung und lebenslanges Lernen. Zusätzlich wurden wohnungslose Menschen sowie taubblinde und hörsehbeeinträchtigte Menschen befragt. Unter den Befragten in Privathaushalten dominieren weiterhin Beeinträchtigungen beim Bewegen, durch eine chronische Erkrankung und durch Schmerzen. Bei Bewohnerinnen und Bewohnern von besonderen Wohnformen und sonstigen Einrichtungen sind neben Bewegungsbeeinträchtigungen kognitive und psychische Beeinträchtigungen am häufigsten vertreten. Sinnesbeeinträchtigte Menschen sind häufig auch von zusätzlichen chronischen und psychischen Erkrankungen betroffen. Die wohnungslosen Menschen gaben häufiger Diskriminierungen und Opfererfahrungen an als Personen in Privathaushalten sowie in Wohnformen und Einrichtungen.
Prävention, medizinische Rehabilitation, berufliche Rehabilitation und Erwerbsminderungsrente (Deutscher Bundestag, 2025)
Die Bundesdrucksache enthält umfangreiche Statistiken zu den Präventions- und Rehabilitationsleistungen sowie den Erwerbsminderungsrenten der Deutschen Rentenversicherung. Einige Zahlen herausgegriffen: So wurden im Jahr 2024 insgesamt 1.050.386 medizinische Reha-Leistungen und 152.938 LTA-Leistungen abgeschlossen. Die durchschnittliche Antrittslaufzeit einer medizinischen Reha-Leistung lag 2024 bei 85 Tagen. Rund 56.233 Präventionsleistungen in Zuständigkeit der DRV wurden bewilligt. Das Durchschnittsalter der Personen, die 2024 eine Erwerbsminderungsrente beantragt haben, lag bei 55 Jahren.
Bundesinitiative Barrierefreiheit - Zwischenbericht (Bundesinitiative Barrierefreiheit im Auftrag des BMAS, 2025)
Deutschland hat sich bereits 2009 mit der Ratifizierung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN-BRK) dazu bekannt, Barrieren für Menschen mit Beeinträchtigungen in allen Lebensbereichen abzubauen. Der Zwischenbericht erfasst den Status Quo der Barrierefreiheit im Bereich von Bauen und Wohnen, Mobilität, Gesundheit, Digitalisierung, Kultur und Medien und gibt Antwort auf die Fragen: Was wurde bisher geschafft? Wo besteht nach wie vor Nachbesserungsbedarf?
Vielfaltsbarometer 2025 - Zum Stand des Zusammenlebens in Deutschland (Robert Bosch Stiftung, 2025)
Das Vielfaltsbarometer der Robert Bosch Stiftung ist eine repräsentative Befragung zu den Themen gesellschaftliche Vielfalt und Zusammenleben in Deutschland. Es liefert Daten über die Meinungen der Befragten zu unterschiedlichen Vielfaltsdimensionen wie Lebensalter, Geschlecht, Behinderung, sexuelle Orientierung, soziökonomische Schwäche, ethnische Herkunft und Religion. Die Stichprobengröße für die Onlinebefragung betrug 4.761 Personen, von denen 1.074 einen Migrationshintergrund haben. Verglichen werden die Ergebnisse mit denen des Vielfaltsbarometers 2019. Es werden u.a. folgende Ergebnisse erörtert: Die Akzeptanz von Vielfalt in Deutschland nimmt im Vergleich von 2019 zu 2025 ab. Bundesländer nähern sich in der Akzeptanz von Vielfalt an. Es zeigen sich hohe Akzeptanzwerte für Behinderung und Geschlecht, jedoch niedrige Werte für ethnische Herkunft und Religion. Polarisierungstendenzen in der Gesellschaft nehmen zu, die Gräben zwischen sozialen Gruppen vertiefen sich.
Berufliche Teilhabe / Teilhabe am Arbeitsleben
Arbeitsmarktsituation schwerbehinderter Menschen 2024 (BA, 2025)
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) beschreibt in diesem Report die Arbeitsmarktsituation schwerbehinderter Menschen im Jahre 2024 unter Einschluss der Beschäftigungsentwicklung, der Arbeitslosigkeit und der Fördermaßnahmen. Sechs Prozent mehr Menschen mit Schwerbehinderung sind 2024 im Vergleich zum Vorjahr arbeitslos gewesen. Aktuell betreffe Arbeitslosigkeit rund 183.000 Menschen mit einer Schwerbehinderung. Die Arbeitslosigkeit bei Menschen ohne Schwerbehinderung ist auch um einen Prozentpunkt angestiegen. Fast die Hälfte der arbeitslosen Menschen mit Schwerbehinderung sind 2024 älter als 55 Jahre alt gewesen, bei den nicht schwerbehinderten Arbeitslosen sind es nur knapp ein Viertel gewesen. Rund 53 Prozent der arbeitslosen Menschen mit einer Schwerbehinderung hatten dabei eine abgeschlossene Berufsausbildung, bei allen Arbeitslosen sind es nur 44 Prozent gewesen.
Statistik zu Maßnahmen und Teilnehmenden an Maßnahmen der Arbeitsförderung- Förderstatistik (BA, 2025)
Die Grundgesamtheit der Förderstatistik bilden Förderungen bzw. Teilnahmen von Personen an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktförderung (§ 3 Abs. 2 SGB III) und Leistungen zur Eingliederung (§§ 16 bis 16k SGB II) des Bundes. Es erfolgt eine Zählung von Förderfällen bzw. Teilnahmen, nicht von Personen. Die statistischen Ergebnisse basieren auf zahlungsbegründenden Verwaltungsdaten. Messgrößen sind: Bestand an Teilnehmenden zu einem Zeitpunkt (statistischer Stichtag) und zum anderen Zugänge (Eintritte) in und Abgänge (Austritte) aus Förderung in einem Berichtszeitraum. Die wichtigsten Merkmale in der Erhebung der Teilnehmenden sind soziodemographische Merkmale wie z. B. Geschlecht, Alter, Staatsangehörigkeit, vermittlungsrelevante Personenmerkmale wie z. B. Schwerbehinderung, Schulbildung, Berufsausbildung, instrumentspezifische Merkmale wie z. B. Art der Förderung, Aus- und Weiterbildungsziel einer Maßnahme der beruflichen Weiterbildung, Wirtschaftsgruppe des Gründungsbetriebs bei Förderung der Selbständigkeit, Merkmale, die für Abgänge/Austritte aus Förderung ermittelt werden, wie z. B.: Arbeitslosigkeit am Verbleibsintervallende, Beschäftigung am Verbleibsintervallende, passiver Leistungsbezug am Verbleibsintervallen u.a.
Wirksamkeit und volkswirtschaftlicher Nutzen der Rehabilitation in Deutschland (DRV Bund, 2025)
Der Report basiert auf einer empirischen Analyse zu den Beschäftigungseffekten der medizinischen Rehabilitation (exklusive AHB) der Deutschen Rentenversicherung. Die Beschäftigungseffekte werden über RV-Beitragszahlungen als Indikatoren für sozialversicherungspflichtige Beschäftigung erhoben. Zur Anwendung kamen zwei statistische Modelle: Target-Trial-Emulation (TTE) und Fixed Effects Individual Slopes Modellen (FEIS). Die Stichprobengröße betrug 618.700 Fälle (Bund und regional). Ausgewählte Ergebnisse der Studie: Die Rehabilitation der Rentenversicherung erhöht die Erwerbschancen bei ihren Versicherten um 15 bis 20 Prozentpunkte. Personen mit vorhergehendem Krankengeldbezug profitieren etwa doppelt so stark von einer Rehabilitation. Die volkswirtschaftlichen Gewinne liegen (je nach Zeitpunkt nach der Reha) bei 40 bis 60 € pro Tag und Person. Eine Investition in die Rehabilitation der Rentenversicherung von 1 Euro erwirtschaftet 2 bis 3 Euro im ersten Jahr, 5 Euro in den ersten zwei Jahren. Allein in den ersten beiden Jahren führen aktuelle Investitionen in die Rehabilitation von etwa 8 Mrd. Euro zu etwa 40 Mrd. Euro Gewinn für die Gesellschaft.
Aus Sicht der Betriebe: Was es braucht, damit Inklusion besser gelingt (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung – IAB, 2025)
Auf Basis der IAB-Stellenerhebung werden Einschätzungen von Betrieben zur Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderung sowie zu Inklusionshürden und möglichen Maßnahmen analysiert. Die IAB-Stellenerhebung ist eine Betriebsbefragung, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) seit 1989 durchführt. Die Ergebnisse werden gewichtet, um repräsentativ für alle Betriebe in Deutschland mit mindestens einem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zu sein. Als Inklusionshemmnis dominiert aus betrieblicher Perspektive als Hauptgrund für die geringe Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderung der Faktor „Verfügbarkeit einer geeigneten Tätigkeit“. Betriebe erachten finanzielle Unterstützungsmaßnahmen, die Bereitstellung der Erstausstattung und Eingliederungszuschüsse als hilfreiche Maßnahmen, um die Teilhabe von Menschen mit Schwerbehinderung am Arbeitsmarkt zu erhöhen.
Inklusionsbarometer Arbeit (Aktion Mensch, 2025)
Bei dem Inklusionsbarometer Arbeit handelt es sich um ein Instrument zur Messung von Fortschritten bei der Inklusion von Menschen mit Behinderung auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Die Analysen werden auf der Grundlage von veröffentlichten Routinestatistiken der Bundesagentur für Arbeit vorgenommen. Einige zentrale Ergebnisse für 2024 sind: Die Beschäftigungsquote Schwerbehinderter sank 2024 leicht von 4,44 auf 4,41 Prozent. Der Abstand zur Fünf-Prozent-Quote hat sich damit etwas vergrößert (alle Arbeitgeber mit mehr als 20 Arbeitsplätzen sind gesetzlich dazu verpflichtet, mindestens fünf Prozent davon mit schwerbehinderten oder ihnen gleichgestellten Arbeitnehmern zu besetzen). Bei der Besetzung von Stellen mit schwerbehinderten Menschen besteht ein Unterschied zwischen öffentlichen und privaten Arbeitgebern (häufiger im öffentlichen Dienst). Der Anteil der Arbeitslosen an allen Arbeitslosen mit Schwerbehinderung sank leicht von 44,6 Prozent auf nun 44,4 Prozent. Ebenso sank die Abgangsrate aus der Arbeitslosigkeit für Menschen mit Behinderung 2024 auf 2,9 Prozent (Vorjahr: 3,0 Prozent).
Inklusive Berufsorientierung - Expertise im Auftrag des Paritätischen Gesamtverbandes (Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband, 2025)
Die UN-BRK fordert diskriminierungsfreien Zugang zu Bildung und Arbeitsmarkt für alle jungen Menschen. Der Übergang von der Schule in die Berufswelt ist eine kritische Phase für junge Menschen mit Behinderungen oder Benachteiligungen. Berichtet werden in diesem Report von den Ergebnissen einer wissenschaftlichen Problemanalyse zum Thema „Inklusion in der Berufsorientierung“ für junge Menschen am Übergang Schule-Beruf. Die Problemanalyse beruhte auf einer Synopse hier relevanter Forschungsergebnisse zum Status Quo und den Problemlagen derzeitiger beruflicher Orientierungsprozesse. Die Autoren haben Hemmnisse herausgearbeitet, z.B. segregierende Praxis, externe Lenkung in bestimmte Berufssegmente ohne selbstbestimmte Entscheidungen der jungen Menschen. Die Autoren formulieren u.a. folgende Handlungsempfehlungen für eine inklusive Ausgestaltung der Fachpraxis: Schaffung Inklusion ermöglichender Infrastrukturen in der Berufsorientierung, eine biografie- und lebenslagenorientierte Bedarfsklärung sowie die Einbindung der Jugendhilfe als weiteren Akteur in die inklusive Berufsorientierung.
Obenauf statt Down - Wie sich die berufliche Teilhabe von Menschen mit Down-Syndrom gestalten lässt (REHADAT/BIH, 2025)
In Deutschland leben schätzungsweise rund 50.000 Menschen mit Down-Syndrom. Dies macht 0,06 Prozent der deutschen Bevölkerung aus. Der Report nimmt die Auswirkungen des Down-Syndroms auf das Berufsleben in den Fokus. Es werden verschiedene Merkmale und Begleiterscheinungen des Down-Syndroms beschrieben, bevor praxisrelevante Informationen zum Thema Down-Syndrom im Arbeitsleben aufbereitet werden. Basis bilden Gespräche mit Auszubildenden und Berufstätigen mit dem Down-Syndrom sowie Interviews mit Aussagen von Betroffenen, Arbeitgebern sowie Experten. Für viele Menschen mit Down-Syndrom ist der Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt noch nicht selbstverständlich. Meist führt der Übergang von der Schule direkt in eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM). Fazit ist: Eine Tätigkeit sollte in wohl dosierten Arbeitsschritten für Betroffene erlernbar sein. Manche Aufgaben erfüllen Menschen mit Down-Syndrom selbstständig, für andere benötigen sie zunächst Anleitung und Training. Welche Beschäftigung wirklich passt, hängt von der individuellen Ausprägung der Behinderung und von den persönlichen Wünschen und Zielen ab.
Krankheitsbedingte Fehlzeiten in der deutschen Wirtschaft im Jahr 2024 (WIdO-Institut, 2025)
Bei den AOK-Krankenkassen sind rund 27 Millionen Menschen versichert – das ist fast jeder dritte Einwohner in Deutschland. Das wissenschaftliche Institut der Allgemeinen Ortskrankenkassen wertet in seinem Fehlzeiten-Report 2025 die Ausfallzeiten der bei der AOK versicherten Beschäftigten aus. Laut Report ist jeder AOK-Versicherte im vergangenen Jahr im Schnitt 2,3-mal krankheitsbedingt ausgefallen. Die Statistik für das Jahr 2024 weist genau 228 Fälle von Arbeitsunfähigkeit je 100 Mitglieder aus. Der vormalige Höchstwert von 225 Fällen aus dem Jahr 2023 wurde damit erneut leicht übertroffen. Auch für das laufende Jahr 2025 zeichnet sich ein ähnlich hoher Krankenstand ab. Hauptgrund für die hohe Zahl an Krankschreibungen seien Atemwegserkrankungen. Diese seien für mehr als jeden dritten Ausfall verantwortlich. Begünstigt werden könnte das Infektionsgeschehen der Kasse zufolge nach wie vor durch eine erhöhte Anfälligkeit als Nachwirkung der Corona-Jahre. Atemwegserkrankungen sind zwar die mit Abstand häufigsten Erkrankungen, mit im Schnitt 5,9 Fehltagen sind die Ausfallzeiten aber auch kürzer als bei anderen Krankheiten. So kommen etwa psychische Erkrankungen deutlich seltener vor als Erkältungen, führen dann aber im Schnitt zu 28,5 Ausfalltagen je Fall. Ob die Beschäftigten wirklich deutlich mehr krank sind als früher, lässt sich aus den Zahlen allerdings nicht unmittelbar ableiten. Denn ein wichtiger Einflussfaktor für die höhere Anzahl beruflicher Fehltage könnte die Einführung der elektronischen Krankmeldung sein. Ggf. haben viele Beschäftigte insbesondere kürzere Erkrankungen früher nicht bei der Kasse eingereicht.
Soziale Teilhabe
BAGüS-Kennzahlenvergleich Eingliederungshilfe 2025, Berichtsjahr 2023 (BAGüS, 2025)
Der Bericht analysiert die Entwicklungen in der Eingliederungshilfe im Kontext der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes. Schwerpunktmäßig werden Daten zu sozialen Teilhabeleistungen (z. B. Assistenz beim Wohnen) und zur Teilhabe am Arbeitsleben (einschließlich Beschäftigung in Werkstätten für behinderte Menschen, WfbM) aufgearbeitet. Es werden ausschließlich Leistungen an erwachsene Berechtigte untersucht. Ein zentraler Befund ist, dass die Zahl der Personen, die wohnbezogene Assistenzleistungen in Anspruch nehmen, ein weiteres Jahr in Folge leicht angestiegen ist. Der Zuwachs erfolgt ausschließlich außerhalb besonderer Wohnformen. Gleichzeitig ist die Zahl der Beschäftigten in WfbM ein weiteres Jahr in Folge rückläufig. Der Bericht bietet detaillierte Vergleiche zwischen Bundesländern und zeigt strukturelle Unterschiede in der Umsetzung auf, die weitere Reformbedarfe verdeutlichen.
Ifo-Forschungsberichte - Eine Inventur im „Haus der sozialen Hilfe und Förderung“ (ifo, 2025)
Im Fokus steht die Frage: Welche Sozialleistungen gibt es überhaupt? Der Bericht zeigt die Ergebnisse einer Bestandsaufnahme der Sozialleistungen in Deutschland und dokumentiert die Sozialleistungen in Deutschland, die auf Bundesebene geregelt sind. Dies umfasst Geldleistungen ebenso wie Sach- und Dienstleistungen. Der Forschungsbericht ist dabei nach den verschiedenen Büchern des Sozialgesetzes gegliedert. Ziel ist es, eine frei zugängliche Datenbank zu schaffen, die für sozialpolitische Zwecke genutzt werden kann. Insgesamt konnten 502 verschiedene Sozialleistungen identifiziert werden. Die Mehrzahl der gelisteten Sozialleistungen betrifft das Themenfeld Gesundheit, Pflege und Teilhabe, gefolgt von Sozialleistungen in der Kategorie Arbeit & Grundsicherung, und richtet sich an Zielgruppen (Leistungsberechtigte) jedweden Alters.
Lebensmodell Elternhaus? - Zur Situation erwachsener Menschen mit Behinderung in der Herkunftsfamilie (LVR, 2025)
Es werden die Ergebnisse einer Befragung zur Lebenssituation erwachsener Menschen mit Behinderung in der Herkunftsfamilie ausgewertet. Dazu wurden erwachsene Menschen mit einer geistigen Behinderung, die noch in ihrer Herkunftsfamilie leben, sowie ihre Angehörigen, befragt. Es wurden erwachsene Menschen mit Behinderung kontaktiert, die mindestens 25 Jahre alt waren und in einer Werkstatt für behinderte Menschen beschäftigt sind, aber keine Assistenzleistungen der sozialen Teilhabe erhalten. Insgesamt konnten 276 Familien, 31 in persönlichen Interviews und 245 Familien durch schriftliche Fragebögen erreicht werden. Ziel war es unter anderem die Gründe für das Verbleiben in der Herkunftsfamilie zu beleuchten, aber auch, festzustellen, wie es der Familie sowie der Person mit Behinderung dabei geht. Des Weiteren sollte eruiert werden, welche Gründe einen Auszug behindern. Es dominiert Zufriedenheit im Hier und Jetzt, Unsicherheit oder Sorge um die Zukunft, wenn die Eltern selbst altersbedingt nicht mehr für das Familienmitglied mit Behinderung sorgen können. Bei den befragten Angehörigen, welche die hauptsächliche Unterstützung leisten, handelt es sich in der großen Mehrheit (82 % der schriftlich befragten Familien) um ein Elternteil, überwiegend die Mutter. Annähernd die Hälfte der Angehörigen hat in den letzten zwölf Monaten keinerlei externe Unterstützungsangebote wahrgenommen. Die große Mehrheit der befragten Angehörigen/Eltern möchten das Familienmitglied mit Behinderung so lange betreuen, wie dies möglich ist. Etwa ein Drittel möchte dauerhaft bei den Eltern wohnen bleiben. Die Ergebnisse können für eine bedarfsgerechte Teilhabeplanung und Unterstützung der Betroffenen bei der Vorbereitung möglicher Übergänge genutzt werden.
Indikatoren zur Nahversorgung - Aktuelle Datengrundlagen, Methodik und Analysen zur Erreichbarkeit von Geschäften und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs (BBSR, 2025)
Eine Analyse des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) befasst sich mit der Erreichbarkeit verschiedener Infrastrukturen für die tägliche Versorgung wie Supermärkten, Hausarztpraxen, Apotheken, Grundschulen und Haltestellen des öffentlichen Verkehrs. Sie stellen Indikatoren für Teilhabe dar. Für die Analyse wurden die Standortdaten von Leistungserbringern und die Rasterdaten des Zensus 2022 unter Berücksichtigung des Wegenetzes verwendet. Demnach liegt die durchschnittliche Distanz zur nächsten Hausarztpraxis für die Einwohnerinnen und Einwohner bundesweit bei rund 945 Metern. Laut BBSR können 76 Prozent der Personen in Deutschland eine hausärztliche Versorgung in einer Entfernung von maximal 1.000 Metern erreichen. Bei Apotheken liegt die durchschnittliche bundesweite Distanz für die Einwohner bei rund 1.300 Metern. 67 Prozent der Menschen erreichen diese Dienstleistung in einer Entfernung von maximal einem Kilometer. Bundesweit liegt die durchschnittliche einwohnergewichtete Distanz zur nächsten ÖV-Haltestelle bei rund 430 m. 93 % der Bevölkerung erreichen diese in einer Entfernung von maximal 1.000 m. Der Bericht weist darauf hin, dass eine gute Infrastruktur einen wichtigen Beitrag zur Gleichstellung von Lebensverhältnissen darstellt, weshalb die Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung von hoher Relevanz ist.
Onlineportal - Lebens- und Arbeitsbedingungen für Menschen mit Behinderungen in europäischen Ländern (BA/Eures, 2025)
Die Eures (European Employment Services)-Plattform bündelt Infos zu Leben und Arbeit im EU-Ausland einerseits für behinderte, andererseits für nicht-behinderte Menschen. Bestehende Regelungen in den jeweiligen Ländern werden dargestellt: Wer ist in dem jeweiligen Land für die Anerkennung von Behinderungen zuständig? Welche beschäftigungsbezogenen Fördermöglichkeiten für Betroffene existieren? Welche Unterstützung erhalten Arbeitgeber? Was sind wichtige Anlaufstellen? Wie steht es mit Wohnen, Mobilität, Barrierefreiheit, Inklusion und Online-Dienstleistungen im Alltagsleben des jeweiligen Landes?
Teilhabe an Bildung
Teilhabequoten im Fokus. Empirische Befunde aus 2024 zum Bildungs- und Teilhabepaket (Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband, 2025)
Vor 14 Jahren wurde das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) eingeführt, mit dem bedürftige Kinder und Jugendliche u.a. Kosten für soziokulturelle Teilhabe, z.B. Schulbedarf, Mittagsverpflegung, Schülerbeförderung; Lernförderung und Klassenfahrten decken können. Die Expertise der Paritätischen Forschungsstelle untersucht die Umsetzung und Nutzung der Teilhabeleistungen des Bildungs- und Teilhabepakets auf der Grundlage von Daten der Bundesagentur für Arbeit. Zentrale Ergebnisse sind: Rund 19 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 6 und unter 15 Jahren in der Grundsicherung haben im Jahr 2024 die Teilhabeleistungen in Anspruch genommen. 81 Prozent der 6- bis unter 15-Jährigen im SGB II profitieren nicht von den soziokulturellen Teilhabeleistungen. Das heißt: Bei der Mehrzahl der Kinder und Jugendlichen kommen die Teilhabeleistungen des BuT nicht an. Der geringen Inanspruchnahme stehen hohe Verwaltungskosten gegenüber. Im längsschnittlichen Verlauf der Jahre 2016 bis 2024 schwankt die Inanspruchnahme zwischen 16,6 und 20,3 Prozent. Die regionalen Unterschiede in den einzelnen Bundesländern sind beträchtlich.
Evaluation des Modellprogramms „Mental Health Coaches an Schulen“ (Universität Leipzig, Abteilung Klinische Kinder- und Jugendpsychologie, 2025)
Psychische Belastungen und Erkrankungen von Schülern in Deutschland haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Die Prävalenz von psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter wird in Studien auf 20–25 % geschätzt. Vor dem Hintergrund eines lebenslangen Erhalts psychischer Gesundheit wurden im Rahmen eines vom BMFSFJ geförderten Modellprojektes sog. Mental Health Coaches an Schulen eingeführt. Ihre Aufgabe war es, die Resilienz der Schüler durch Gruppenangebote zu fördern, die Schüler zu beraten und bei Bedarf an weiterführende Unterstützungsmaßnahmen weiterzuvermitteln. Dazu wurden deutschlandweit an über 80 Standorten 95 MHC eingesetzt. 118 Schulen waren beteiligt. Der Evaluationsbericht basiert auf der querschnittliche Evaluation des Modellprogramms nach einer Laufzeit von einem Schuljahr aus Sicht von beteiligten Schulleitungen, Schülern, MHC und Vertretern von Trägern. Ergebnisse: Die Maßnahme erfuhr eine hohe Akzeptanz, ihre Angebote wurden positiv bewertet, der Bedarf an Präventionsangeboten zu psychischen Belastungen im Schulkontext wurde als hoch eingeschätzt, eine Fortsetzung und Ausweitung des Programms wurde angestrebt. Als verbesserungswürdig erwiesen sich u.a. die geringe Reichweite des Programms, der begrenzte Weiterverweis an weiterführende Versorgungsangebote, die Qualifizierung der MHC sowie administrative Anforderungen.
Eltern von (erwachsenen) Kindern mit geistiger Behinderung. Erfahrungen, Probleme, Bedarfe (Bundesvereinigung Lebenshilfe, 2025)
Dargestellt werden die Ergebnisse der Studie „Eltern von (erwachsenen) Kindern mit geistiger Behinderung“, die im Rahmen mehrerer Lehrforschungsprojekte an der Goethe-Universität Frankfurt und der Philipps-Universität Marburg angesiedelt waren und von Prof. Dr. Hendrik Trescher geleitet wurden. Dazu wurden elf Topic-Interviews mit Eltern von (erwachsenen) Kindern mit kognitiver Beeinträchtigung durchgeführt, die sich auf die Lebensbereiche Wohnen, Sozialbeziehungen, Biografie (Kind), Umgang mit Hilfestrukturen, Freizeit, Persönliches/Elternschaft und Zukunft bezogen. Die Interviews wurden einer objektiv-hermeneutischen Analysen zugeführt. Entstanden sind Porträts von Familienleben und Elternsein von (erwachsenen) Kindern mit kognitiver Beeinträchtigung.
Deutsches Schulbarometer 2025: Befragung Lehrkräfte (Robert Bosch Stiftung mit Unterstützung von forsa, 2025)
Die Robert Bosch Stiftung lässt seit 2019 regelmäßig repräsentative Befragungen zur aktuellen Situation der Schulen in Deutschland durchführen. Diese Studien werden unter dem Namen Deutsches Schulbarometer jährlich veröffentlicht. Die vorliegende Publikation umfasst die zentralen Ergebnisse einer Befragung unter insgesamt 1.540 Lehrkräften (inkl. Schulleitungen) an allgemein- und berufsbildenden Schulen in Deutschland. Die Befragung wurde 2024 durchgeführt. Die ermittelten Ergebnisse sind unter Berücksichtigung einer Fehlertoleranz repräsentativ für die Gesamtheit der Lehrkräfte an allgemein- und berufsbildenden Schulen in Deutschland. In unserem Kontext relevant sind insbesondere die Ergebnisse zur inklusiven Beschulung und psychosozialen Unterstützung. Heterogenität wird von den befragten Lehrkräften als eine der größten Herausforderungen in ihrem beruflichen Alltag wahrgenommen. Die Mehrheit der Lehrkräfte steht der inklusiven Beschulung kritisch gegenüber, da sie befürchtet, dass Schüler mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen nicht ausreichend unterstützt werden. Es zeigt sich ein hoher Fortbildungsbedarf in den Bereichen psychische Belastungen bei Schülern sowie Beschulung von Schülern mit Förderbedarf (leistungsschwache Schüler, Schüler mit Lernstörungen wie Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Rechenstörung oder mit sozial-emotionalen Schwierigkeiten).
Teilhabe im Kontext Gesundheit
DiGA-Bericht des GKV-Spitzenverbandes 2024 - Bericht über die Inanspruchnahme und Entwicklung der Versorgung mit Digitalen Gesundheitsanwendungen (GKV-Spitzenverband, 2025)
Der Report berichtet über die Entwicklung der Versorgung mit Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Beobachtungszeitraum: 2020-2024. Statistische Grundlage: Abrechnungsdaten. Digitale Gesundheitsanwendungen wurden mit Inkrafttreten des Digitale-Versorgung-Gesetzes (DVG) in 2019 Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung. Es sind bis dato insgesamt 68 DiGA´s in den GKV-Leistungskatalog aufgenommen worden. Im Zeitraum September 2020 bis Dezember 2024 wurden 861.000 Digitale Gesundheitsanwendungen in Anspruch genommen. Die Kosten dafür beliefen sich auf 234 Mio. Euro. Im Zeitraum 2023 bis 2024 stiegen die DiGA-Ausgaben aufgrund wachsender Verordnungszahlen und höherer DiGA-Preise um 71 Prozent. Der Durchschnittspreis für eine DiGA lag 2024 bei 541 Euro. Es konnten in Erprobungsstudien nur für jede zweite DiGA positive Nutzungseffekte nachgewiesen werden.
Bericht über die Evaluation zur Behandlung, Rehabilitationsleistungen und Präventionsmaßnahmen für einsatzgeschädigte Soldatinnen und Soldaten sowie ihrer Angehörigen (Bundesdrucksache, 2025)
Zum 1. Januar 2025 ist das Soldatenentschädigungsgesetz (SEG) in Kraft getreten. Damit wird u.a. den Anforderungen und Bedürfnissen wehrdienstbeschädigter Soldatinnen und Soldaten Rechnung getragen. Der Report skizziert die Maßnahmen zur Prävention, Rehabilitation und psychosozialen Versorgung für einsatzgeschädigte Soldatinnen und Soldaten und ihre Angehörigen sowie die Ergebnisse ihrer Qualitätsevaluation durch mehrere kontrollierte Studien sowie wissenschaftliche Evaluationen. Weiterentwicklungsmöglichkeiten beziehen sich auf den Ausbau der zivil-militärischen Zusammenarbeit der vorhandenen Unterstützungssysteme sowie die Erstellung einer psychosozialen Gesamtkonzeption der Leistungen des Sozialdienstes, des Psychologischen Dienstes, des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, der Militärseelsorge für unter Einsatzfolgen leidende Menschen sowie der Psychotraumazentren der Bundeswehr untereinander sowie mit den Rehabilitationsstützpunkten, den Bundeswehrkrankenhäusern sowie dem Zentrum für Sportmedizin der Bundeswehr.
Gestaltung barrierefreier und inklusiver Gesundheitsversorgung – Umsetzung konkreter Maßnahmen (Bundesdrucksache, 2025)
Der Aktionsplan für ein diverses, inklusives und barrierefreies Gesundheits-wesen wurde im Dezember 2024 von der damaligen Bundesregierung vorgelegt. Ein zentraler Bestandteil des Aktionsplans ist die verpflichtende Barrierefreiheit bei der Bedarfsplanung sowie beim Neubau von Gesundheiteinrichtungen. Es wurde eine Projektgruppe „Aktionsplan Barrierefreies Gesundheitswesen“ im BMG gegründet und die Bundesinitiative Barrierefreiheit unter Koordinierung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) etabliert. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) weisen unter den aktuell aktiven Praxen und ambulanten Einrichtungen (Stichtag 30. Juni 2025) im ärztlichen Bereich insgesamt 35.889 von 99.756 Praxen mindestens ein Merkmal von Barrierefreiheit auf. Das entspricht 36 Prozent. Im Bereich der psychologisch-psychotherapeutischen Praxen sind es 8.112 von 3. 437 Praxen, dies entspricht 25 Prozent. Laut Auskunft des GKV-Spitzenverbandes haben 17.660 von insgesamt 44.785 zugelassenen Leistungserbringern die Angabe gemacht, dass ihre Praxis barrierefrei oder rollstuhlgerecht ist. Dies entspricht einem Anteil von rund 39 Prozent der Praxen. Informationen über die Barrierefreiheit von Rehabilitationseinrichtungen werden gemäß § 137d Absatz 1 Satz 4 SGB V vom GKV-Spitzenverband im Rahmen der Veröffentlichung von Ergebnissen aus dem Qualitätssicherungsverfahren Rehabilitation der gesetzlichen Krankenkassen bereitgestellt.
Abschlussbericht - Prävention von Pflegebedürftigkeit: Dokumentation von Fachgesprächen zur Prävention von Pflegebedürftigkeit im ambulanten Bereich (IGES im Auftrag des BMG, 2025)
Die Pflegeprävalenz steigt deutlich über das demografisch zu erwartende Niveau. Allein Im Zeitraum 2009 bis 2019 wuchs die Zahl der Pflegebedürftigen um 76 Prozent. Untersucht wird, inwieweit dieser Entwicklung durch Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung begegnet werden, wie das Risiko für den Eintritt von Pflegebedürftigkeit verringert werden und wie das Fortschreiten von Pflegebedürftigkeit sowie der damit einhergehende Verlust der Selbstständigkeit verzögert werden kann. Dazu wurden Experten in drei leitfadengestützten Fachgesprächen im Jahr 2024 befragt. Dabei handelte es sich um Vertreter der Kranken- und Pflegekassen sowie der zentralen Prüfstelle Prävention der Krankenkassen, der medizinischen Dienste sowie des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) sowie der Leistungserbringer und Pflegestützpunkte. Die Ergebnisse – kategorisiert nach Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Primärprävention, Risikoerkennung und Ansätzen im Pflegesetting - wurden dokumentiert. Vorgeschlagen werden: Verhaltenspräventive Ansätze für die Zielgruppe 65plus, Maßnahmen der (Geriatrische) Rehabilitation und Frührehabilitation, Leistungen zur Sturzprävention, Angebote für pflegende Angehörige, Minimierung von Fehlanreizen in der Pflegeversicherung, aktivierende Pflege sowie kombinatorische Leistungen. Empfohlen für eine Weiterentwicklung der Pflegeprävention wird: Pflegeprävention als ein gemeinsames und übergreifend zu bearbeitendes Handlungsfeld von ärztlicher, pflegerischer und psychosozialer Versorgung zu begreifen, Konzepte der rehabilitativen Kurzzeit- und Tagespflege weiterzuentwickeln und auszubauen.
Indikationsübergreifende Reha-Therapiestandards für die medizinische Rehabilitation der Rentenversicherung (DRV, 2025)
Die Deutsche Rentenversicherung legt indikationsübergreifende Reha-Therapiestandards (RTS) für die ganztägig ambulante und stationäre medizinische Rehabilitation vor. Der Schwerpunkt liegt auf komorbiden Erkrankungen. Es werden hierfür evidenzbasierte Therapiemodule (ETM) sowie die Mindestanforderungen an die ETM-Leistungserbringung mit Angaben zu Mindestdauer und Mindestanteil entsprechend zu behandelnder Rehabilitanden dargestellt. Die indikationsübergreifenden RTS wurden im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts (2023-2025) unter Beteiligung der Sektion Versorgungsforschung und Rehabilitationsforschung des Universitätsklinikum Freiburg konzipiert.
Reha-Therapiestandards Onkologie für die medizinische Rehabilitation der Rentenversicherung (DRV, 2025)
Die Reha-Therapiestandards Onkologie wurden im Rahmen eines wissenschaftlichen Forschungsprojektes (2023 – 2026) durch das Universitätsklinikum Würzburg, AG Rehabilitationswissenschaften im Zentrum für psychische Gesundheit (weiter)entwickelt und werden bei der Leistungserbringung in der onkologischen Rehabilitation sowie im Rahmen der Reha-Qualitätssicherung der Deutschen Rentenversicherung genutzt. Sie gelten für alle Rehabilitationen mit bestimmten onkologischen Erstdiagnosen (Nachbehandlungen/Nachsorge, nach Bestrahlungen, nach Chemotherapie: Bösartige Neubildungen). Der Geltungsbereich der Reha-Therapiestandards bezieht sich auf die ganztägig ambulante und stationäre medizinische Rehabilitation. Dargestellt werden hierfür evidenzbasierte Therapiemodule (ETM) sowie die Mindestanforderungen an die ETM-Leistungserbringung mit Angaben zu Mindestdauer und Mindestanteil entsprechend zu behandelnder Rehabilitanden.
Stationäre Geriatrische Rehabilitation: Bestandsaufnahme und kritische Würdigung (WIdO, 2025)
Es handelt sich um einen Auszug aus dem Krankenhausreport 2025 zur stationären geriatrischen Rehabilitation. Die postakute geriatrische Rehabilitation ist eine rehabilitative Leistung für ältere, gebrechliche Patienten mit Multimorbidität und funktionellen Defiziten. Ziel ist eine Verbesserung der Teilhabe, insb. der Mobilität und Selbstversorgung sowie Rückkehr in die gewohnte Umgebung. Analysiert werden die Zugangsvoraussetzungen, die Verfügbarkeit, die Bedarfsdeckung, die Effizienz, die Dauer und die Verfügbarkeit flankierender prä- und poststationärer geriatrischer und rehabilitativer Angebote. Mit Blick auf die Zukunft werden Konzepte rehabilitativer Kurzzeitpflege, Methoden der Telerehabilitation sowie mobile geriatrische Versorgungsangebote beleuchtet.
Rehabilitation substanzbezogener Abhängigkeitserkrankungen durch die Deutsche Rentenversicherung (DRV, 2025)
Es handelt sich um ein Kapitel zur „Rehabilitation substanzbezogener Abhängigkeitserkrankungen durch die Deutsche Rentenversicherung“ aus dem Jahrbuch Sucht der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Es werden Rehabilitationen für abhängigkeitskranke Menschen dargestellt, die Antragsentwicklung, die Inanspruchnahme, die Zahl durchgeführter Leistungen im längsschnittlichen Verlauf sowie die Ergebnisse ausgewählter Instrumente aus der Reha-QS-Programm der DRV für die Sucht-Rehabilitation. Es wurden 71.310 Anträge auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation substanzbezogener Abhängigkeitserkrankungen im Jahr 2023 bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) gestellt. Insgesamt 37.821 abgeschlossene Leistungen zur Rehabilitation substanzbezogener Abhängigkeitserkrankungen wurden im Jahr 2023 vermerkt. Alkoholabhängigkeit war der häufigste Grund für eine Rehabilitation substanzbezogener Abhängigkeitserkrankungen im Auftrag der Rentenversicherung. 69 % der wegen Abhängigkeitserkrankungen rehabilitierten Personen gelang im Verlauf von zwei Jahren nach der Rehabilitation die berufliche Wiedereingliederung (in anderen Indikationsbereichen: 70 %), durchgängig beschäftigt waren 22 % der Rehabilitanden (in anderen Indikationen: 31 %).
Auswertung der Katamnesedaten des Entlassungsjahrgangs 2022 (bus, 2025)
Die Katamnesedaten werden seit dem Entlassungsjahrgang 2017, analog zur Basisdokumentation, indikationsbezogen, also bezogen auf die jeweilige Hauptindikation unter den Substanzkonsumstörungen, ausgewertet. Für die Katamneseerhebung des Entlassungsjahrgangs 2022 haben insgesamt 50 Einrichtungen Daten geliefert, davon konnten aus 42 Einrichtungen die Datensätze in die Auswertung einfließen. Rund 27,3 % (2021: 26,5 %) der Antwortenden aller Entlassenen geben an, dass sie durchgehend abstinent leben. Es zeigt sich in den letzten Jahren ein abfallender Trend (2016 = 84,3 %, 2017 = 81,6 %, 2018 = 82,4 %, 2019 = 79,3 %, 2020 = 80,7 %, 2021= 80,1 %), dessen Ursachen diskutiert werden sollten. 56 % der Antwortenden sind ein Jahr nach Therapieende erwerbstätig. Die katamnestische Erfolgsquote über alle Fälle liegt bei 75,5 %. Mit zunehmendem Alter steigt die katamnestische Erfolgsquote.
Gesundheit für alle? Erfahrungen, Erwartungen und Bedarfe von Menschen mit Beeinträchtigungen - Eine vergleichende Studie (Aktion Mensch in Kooperation mit Ipsos, 2025)
Die Aktion Mensch hat für diese Studie 2025 gemeinsam mit Ipsos Public Affairs bundesweit 727 Menschen ab 16 Jahren online befragt. 427 der Befragten hatten eine Beeinträchtigung und waren Mitglieder der Teilhabe-Community. Weitere 300 Personen aus der Gesamtbevölkerung wurden über das Ipsos Access Panel rekrutiert. Gegenstand der Befragung waren die eigene Gesundheitssituation, Gesundheitsförderung, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Versorgungssituation sowie die Digitalisierung des Gesundheitswesens. 70 Prozent der Befragten mit Beeinträchtigung nehmen sich als durch ihre gesundheitlichen Probleme belastet und in ihrer Lebensqualität eingeschränkt wahr. 83 Prozent von ihnen geben einen Zusammenhang zwischen ihrem Gesundheitszustand und ihrem seelischen Wohlbefinden an. Die Mehrheit der Befragten mit Beeinträchtigung zeigt sich offen gegenüber digitalen Gesundheitsangeboten, nutzt sie intensiver als die Gesamtbevölkerung. 74 Prozent der Befragten mit Beeinträchtigung beschreiben den generellen Zugang zu medizinischer Versorgung als gut. Als Hürden erweisen sich: Schlechte Erreichbarkeit von Gesundheitseinrichtungen, lange Wartezeiten auf Facharzttermine, mehr Zusatzkosten für Gesundheitsleistungen und Therapien als die Gesamtbevölkerung, fehlende Barrierefreiheit von Einrichtungen des Gesundheitssystems, höhere Angstwerte vor Diskriminierung und Ausgrenzung im Gesundheitswesen als in der Gesamtbevölkerung.
Körperliche Einschränkungen, Einschränkungen bei Alltagsaktivitäten und Psychisches Wohlbefinden- Ergebnisse der Jahreserhebung des RKI-Panels Gesundheit in Deutschland (RKI, 2025)
Auf drei Faktenblättern werden die Ergebnisse der Jahreserhebung des RKI-Panels Gesundheit in Deutschland zusammengefasst. Demnach hat die Prävalenz von Mobilitätseinschränkungen in Deutschland 2024 im Vergleich zu 2014 unter Erwachsenen zugenommen. Die Zunahme ist nur teilweise durch die Alterung der Gesellschaft erklärbar. 2024 waren über ein Drittel der Erwachsenen bei Alltagstätigkeiten langfristig durch gesundheitliche Probleme eingeschränkt. Im Jahr 2024 berichteten Erwachsene in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ein durchschnittliches psychisches Wohlbefinden. Der Anteil mit niedrigem psychischen Wohlbefinden war besonders hoch bei jungen Menschen und in der niedrigen Bildungsgruppe (jede dritte Person)
Psychotherapeutische Weiterbildung in der medizinischen Rehabilitation (Worringen, 2025)
Die medizinische Rehabilitation ist ein relevantes Arbeitsfeld für Psychotherapeuten. Statistiken zeigen, dass mehr als jeder zehnte angestellte Psychotherapeut in einer Rehabilitationseinrichtung tätig ist. Psychotherapie kann in der medizinischen Rehabilitation prinzipiell in allen Indikationen durchgeführt werden. Die psychotherapeutische Versorgungsrate in der medizinischen Rehabilitation der DRV lag im Jahr 2023 im Durchschnitt zwischen 80 % und 100 %, was den Anteil von Rehabilitanden mit mindestens einer psychologischen/psychotherapeutischen Leistung anbelangt. In der regelhaft fünfwöchigen psychosomatischen Rehabilitation fielen 37 % der Behandlungsleistungen auf psychologische und psychotherapeutische Leistungen. In Rehabilitationseinrichtungen sind neben psychotherapeutischen Kompetenzen auch sozialmedizinische Kenntnisse (Kenntnisse der Sozialversicherungsrechts) unabdingbar. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) bezuschusst ab dem 1. Januar 2026 Reha-Einrichtungen, die psychotherapeutische Weiterbildung anbieten. Innerhalb der sozialmedizinischen Begutachtung im Reha-Prozess müssen Psychotherapeuten in der medizinischen Rehabilitation nicht nur einen Behandlungs-, sondern auch einen Begutachtungsauftrag erfüllen.
Pflegebedürftigkeit in Deutschland - Transparenz durch Routinedaten (WIdO, 2025)
Die Analysen basieren auf GKV-standardisierten AOK-Daten. Sie zeigen Prävalenz, Verläufe und Versorgungsformen der Pflege sowie Kennzahlen zur gesundheitlichen Versorgung der Pflegebedürftigen. Die Ergebnisse werden der Versorgung der Nicht-Pflegebedürftigen gleichen Alters gegenübergestellt und differenziert nach Schwere der Pflegebedürftigkeit und Versorgungssetting ausgewiesen. Es handelt sich um Abrechnungsdaten. Mit Ende des Jahres 2023 waren laut amtlicher Statistik der Sozialen Pflegeversicherung 5,2 Mio. Personen pflegebedürftig. Mehr als die Hälfe der Pflegebedürftigen waren dabei 80 Jahre und älter. Mit zunehmendem Alter stieg die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu sein bzw. zu werden. Die Zahl der Pflegebedürftigen ist innerhalb der letzten zehn Jahre deutlich gestiegen. Sie betrug 2023 im Durchschnitt 7 %. Der Anstieg wird im Kontext der Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs diskutiert. Im Jahr 2023 wurden vier von fünf Pflegebedürftigen in ihrer häuslichen Umgebung betreut. Zwei von drei Pflegebedürftigen (64,9 %) bezogen ausschließlich Pflegegeld. Die Inanspruchnahme von zusätzlichen Unterstützungsleistungen (wie z. B. Verhinderungspflege oder Tagespflege) durch Pflegegeldbeziehende war gering.
Sonderkategorien
BTHG-Umsetzung
Untersuchung der jährlichen Einnahmen und Ausgaben bei den Leistungen der Eingliederungshilfe nach Art. 25 Absatz 4 BTHG - Finanzuntersuchung (ISG Institut im Auftrag des BMAS, 2025)
Das Bundesteilhabegesetz hat finanzielle Auswirkungen auf Länder und Kommunen, die nach Artikel 25 Absatz 4 BTHG zu überprüfen waren. Die Analysen wurden auf der Grundlage der amtlichen Statistik des Statistischen Bundesamtes vorgenommen. Dargestellt werden BTHG-bedingte und unabhängig vom BTHG bestehende Kostenentwicklungen in der Eingliederungshilfe. Die Ausgaben der Eingliederungshilfe sind im Zeitraum von 2018 bis 2023 brutto um 33 % und netto um 40 % gestiegen. Bei der Brutto-Ausgabenentwicklung von 33 % müssen 14 % dem Anstieg der Vergütungssätze aufgrund steigender Personalkosten und Preise zugerechnet und 18 % anders erklärt werden, etwa vorgenommenen Anpassungen an das BTHG oder Änderungen im Leistungsumfang, Anstieg der Leistungsbeziehenden, Rückgang der Einnahmen oder veränderte Zusammensetzung der Leistungsbeziehenden bzw. ihrer Bedarfe und damit der bewilligten Leistungen.
Untersuchung der Ausführung sowie der absehbaren Wirkungen der neuen Regelungen der Eingliede-rungshilfe nach Art. 25 Abs. 2 BTHG - Wirkungsprognose (infas und ISG im Auftrag des BMAS, 2025)
Die Studie untersucht die bisherige Praxis und Wirkung der ersten drei Reformstufen des Bundesteilhabegesetzes (BTHG). Methodisch umfasst die Studie zwei Bestandteile: (1) eine Implementationsanalyse, welche die Auswirkungen auf die Verwaltung und die Praxis der Leistungserbringung beleuchtet und (2) eine prozessbegleitende Befragung von Leistungsbeziehenden der Eingliederungshilfe, zur Analyse der Auswirkungen des BTHG auf die gesellschaftliche Teilhabe dieser Menschen. Die Ergebnisse basieren auf Interviews mit Experten von Leistungsträgern, Leistungserbringern und der Selbstvertretung von Menschen mit Behinderungen, standardisierten Befragungen von Leistungsträgern und Leistungserbringern sowie standardisierte Panelbefragungen von EGH-Leistungsbeziehenden. Die Zielsetzung des BTHG, die Selbstbestimmung der Menschen mit Behinderungen durch eine personenzentrierte Leistungserbringung zu stärken, findet breite Unterstützung. Dennoch konnte eine stärker personenzentrierte Leistungserbringung bisher nur für einen kleineren Teil der Leistungsbeziehenden der Eingliederungshilfe realisiert werden. Übergreifende Umsetzungsprobleme spielen in fast allen Regelungsbereichen in regional unterschiedlich ausgeprägter Weise eine Rolle. Das volle Potenzial des BTHG gilt unter Leistungsträgern und -erbringern dabei weiterhin als nicht ausgeschöpft. Nicht alle Ergebnisse können kausal auf die Umsetzung des BTHG seit 2020 zurückgeführt werden.
Covid-19/Long-/Post-COVID
Versorgungssituation von 3.345 Long-COVID-Betroffenen in Deutschland: Ergebnisse einer bundesweiten Befragung (BAG Selbsthilfe, 2025)
In 2025 wurde mittels anonymer Online-Umfrage eine bundesweite Stichprobe von Long-COVID-Betroffenen von der BAG Selbsthilfe rekrutiert. Erfasst wurden demografische Parameter, Beschwerdeprofile, Inanspruchnahme ambulanter/stationärer Versorgungsangebote sowie subjektive Versorgungszufriedenheit. Insgesamt füllten 3345 Personen (Durchschnittsalter 49 ± 13 Jahre; 81,5% Frauen) den Fragebogenvollständig aus. 83,8% gaben eine ärztlich gesicherte Long-COVID-Diagnose an, weitere 12,2% berichteten über ein Post-Vac-Syndrom. Die Symptomdauer betrug im Mittel 2,8 ± 1,1 Jahre, wobei nur 36,4% eine Besserung ihrer Beschwerden angaben. Fast 9 von 10 Betroffenen (89,1%) waren langfristig krankgeschrieben (Ø 1,8 ± 1,3 Jahre), 70,8% meldeten eine vollständige oder teilweise Arbeitsunfähigkeit und 46,4% stellten einen Rentenantrag. Hausärztliche Versorgung war für 75,7% die erste Anlaufstelle; im Verlauf konsultierten 93% mehr als 3 und 21,5% mehr als 10 verschiedene Ärzte. Die finanziellen Eigenleistungen waren hoch: 41,4% investierten über 1000 € und 11,3% über 10.000 € in Diagnostik oder Therapie, während etwa 60% eine Rehabilitationsmaßnahme erhielten. Insgesamt bewerteten 97,2% ihre Versorgung als „schlecht“ oder „sehr schlecht“.
Long-COVID und PostVac – Aktuelle Situation und Versorgungslage in Deutschland (Bundesdrucksache, 2025)
Die Routinedaten der Träger zeigen im Bereich von Long Covid das folgende Bild: Im Jahr 2024 wurden 14.500 medizinische Rehabilitationen wegen eines Post-COVID-Syndroms und 2.550 wegen Chronischen Fatigue Syndrom (CFS) in Zuständigkeit der Rentenversicherung abgeschlossen. Im Jahr 2024 gingen 4.830 Erwerbsminderungsrenten-Neuzugänge wegen einer Haupt- oder Nebendiagnose Post-Covid-Syndrom und 4.650 wegen einer Diagnose CFS ein. Zur gezielten tragen die Förderschwerpunkte zur „Förderung von Forschungsvorhaben zu Spätsymptomen von COVID-19 (Long-COVID)“ (Laufzeit: 2021 bis 2024) sowie zur „Förderung interdisziplinärer Verbünde zur Erforschung der Pathomechanismen von ME/CFS“ (Laufzeit: 2024 bis 2027) bei. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) fördert zudem versorgungsnahe Foschung sowie die Versorgung von Kindern und Jugendlichen, die an Long-COVID erkrankt sind, bis 2028 in zwei Förderschwerpunkten mit insgesamt 118 Mio. Euro.
Quo vadis Corona? Der mögliche Langzeiteffekt globaler Krisen auf die psychische Gesundheit und die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Jugendlichen (Universität des Saarlandes, Abteilung für Klinische Psychologie und Psychotherapie, 2025)
Es werden die Ergebnisse der ersten Erhebung der GUCK-Hin-Studie dargestellt. Dazu wurden 3.998 Schüler an 58 saarländischen Schulen befragt. Die COVID-19-Pandemie stellt auch nach ihrem faktischen Ende den größten Belastungsfaktor unter den erfassten Krisen dar. Die Symptombelastung (Depressionen, Angst, Lebensqualität) der Jugendlichen war hoch. Die Ergebnisse zeigen, dass die negativen Konsequenzen der COVID-19-Pandemie für die mentale Gesundheit von Jugendlichen andauern, und sie legen additive Effekte globaler Krisen (COVID-19-Pandemie, Ukrainekrieg, Klimakrise, Naher Osten) nahe. Maßnahmen zur Förderung von Resilienz bei Jugendlichen werden gefordert, um einer Chronifizierung bestehender Symptome vorzubeugen.
Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Long Covid und ME/CFS – Module für Qualitätszirkel (KBV, 2025)
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat Module für Qualitätszirkel im Zusammenhang mit der Versorgung von Patienten mit Long Covid und ME/CFS vorgelegt. Dargelegt werden wichtige Begriffe im Krankheitsgeschehen, Informationen zu Pathogenese, Symptomen, Diagnostik, Therapie, Daten- und Informationsbeschaffung sowie Setting und Sitzungsablauf. Die wissenschaftlich fundierten Module können von Tutoren, Moderierenden und Teilnehmenden genutzt werden.
Kriterien für die Recherche und Auswahl
- Übergeordnete Themen: Rehabilitation, Teilhabe, Inklusion, Integration, Gesundheit in allen rehabilitativen Leistungsgruppen (medizinische, berufliche, soziale Rehabilitation, Bildungsleistungen)
- Forschungs-Bezug inkl. wissenschaftliches Konzept und/oder Statistik-Bezug (Zahlen, Daten, Fakten, Kennzahlen, Indikatoren)
- Relevanz für die Versorgungs-Qualität und für die großen Herausforderungen der Rehabilitation
- Bedeutung des untersuchten Themas in Hinblick auf das Reha-System, Epidemiologie, Gesundheits-Ökonomie und Gesundheitspolitik
- Datenbasis/Datenanalyse
- Methodisch-wissenschaftliche Qualität
- Verwertungspotential, Nutzen und Verwendungsmöglichkeiten
- Weiterverwendung / Weiterverwendbarkeit der Forschungsergebnisse oder Datenanalysen
- Deutsche Publikationen
- Veröffentlichung im aktuellen Jahr
- Open Access
- Publikationen mit Überblickscharakter inkl. Synthese von Forschungsergebnissen
- Entitäten: Reports, Synopsen, Jahresberichte, Meta-Analysen, Forschungsarbeiten, wissenschaftliche Abschlussberichte, Statistikbände, Forschungsreports, Befragungsergebnisse, Studien/Projekte, Leitlinien, Dossiers, Datensammlungen
- NewsNeue Wege in der Trauma-Reha: Start des Evaluationsprojekts "PaTronus"Projekt ist offiziell gestartet – seinen Ursprung hat das Vorhaben bei der BAR
- BAR e.V.Reha-Info 4/2025: KI – Wegbereiter für mehr Teilhabe?Künstliche Intelligenz in der Rehabilitation: Nutzung, Potenziale, Anwendungs­möglichkeiten u.m.
- BAR e.V.Teilhabeforschende 2025: Übersicht über Akteure und ThemenREHADAT, BAR e.V., DVfR und DRV Bund geben aktualisiertes Verzeichnis heraus.
- BAR e.V.Neue Reha-Info 1/2025: Schwerpunkt Zahlen, Daten, FaktenIm Heft: Trägerübergreifende Ausgabenstatistik der BAR; THVB 2024: Von der Statistik zur Praxis
- NewsNeuro-Reha: Wissenschaftliches Symposium und parlamentarischer AbendBDH Bundesverband Rehabilitation lädt am 23. April 2024 zum fachlichen Austausch nach Berlin
- BAR e.V.Instrumente bei der Bedarfsermittlung: Eine BestandsaufnahmeÜberblick über die Instrumente der 16 Bundesländer – Steckbriefe per Klick auf Deutschlandkarte
- NewsNeues Webportal informiert über Long COVIDLangzeitfolgen und Unterstützungsmöglichkeiten: Verlässliche Informationen von BZgA und BMG
- NewsMedizinische Reha für Menschen mit Long COVIDBefragung von stationären Einrichtungen: Ergebnisse vollständig veröffentlicht
- NewsDigitaler Durchblick in der BeratungDas Informationssystem "Wiki-Durchblick" hilft bei der Beratung von sehbehinderten Menschen.
- NewsPrävention und Rehabilitation: BEM schlägt die BrückeErster Bericht der NPK zeigt Leistungszuwächse durch Präventions- und Flexirentengesetz auf.
- BAR e.V.Reha-Träger setzen bereits bei der Prävention anFachartikel in ASU 12-2019 bietet Leistungsübersicht
- BAR e.V.Nach längerer Krankheitszeit wieder zurück in den BetriebFachartikel zum BEM-Kompass in ASU 7-2019 erschienen
- NewsErster PräventionsberichtNationale Präventionskonferenz veröffentlicht ersten Bericht zur Gesundheitsförderung und Prävention
- Publikationen












































