Reha-Ziele erarbeiten, vereinbaren und dokumentieren

Eine optimale Teilhabe am Leben in der Gesellschaft ist das übergeordnete Ziel einer jeden Reha, wie sie das SGB IX vorsieht. Jeder Reha-Träger verfolgt wiederum bestimmte Reha-Ziele gemäß seinem eigenen Leistungsgesetz. Die Leistungsträger verpflichten die Reha-Einrichtungen zudem, individuelle Reha-Ziele mit ihren Rehabilitandinnen und Rehabilitanden gemeinsam zu erarbeiten und zu vereinbaren. Die Erwartung ist, dass sich dadurch insbesondere die Motivation positiv beeinflussen, Erfolge überprüfen und die Nachhaltigkeit des Erreichten verbessern lässt. Grundzüge der Reha-Zielarbeit sowie Praxisbeispiele der Umsetzung bietet das Arbeitsbuch Reha-Ziele (siehe weiterführende Links ) Obwohl die meisten Konzepte der Reha-Zielarbeit bisher für Erwachsene entwickelt wurden, ist sie – mit entwicklungsentsprechenden Anpassungen – auch in der Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen anzuwenden. Hier gilt es außerdem, die Eltern und Erziehungsberechtigten (ggf. als Begleitperson) mit einzubeziehen.

Bei Kindern und Jugendlichen liegen viele Rehabilitationsziele im Bereich der Förderung und Ausschöpfung des Entwicklungspotentials, im Sinne angemessener Krankheitsverarbeitung, Erreichung weitgehender Selbständigkeit und Autonomie. Hierfür müssen geeignete, veränderungssensitive psychometrische Instrumente zur Dokumentation des Erfolgs entwickelt und vorgehalten werden. Ähnliches gilt für die Überprüfung verhaltensmodifizierender Ziele. Im Rahmen der Zwischenuntersuchungen und der Abschlussbefundung ist zu überprüfen und zu dokumentieren, ob und in welchem Ausmaß das im individuellen Rehabilitationsplan definierte Rehabilitationsziel erreicht wurde. Falls aus medizinischen Gründen notwendig, werden Rehabilitationsziel und/oder Rehabilitationsplan modifiziert.

Wegen der Besonderheiten im Kindes- und Jugendalter hat die WHO eine spezielle Arbeitsgruppe beauftragt, Ergänzungen zur ICF zu erarbeiten (spezifische Auswirkungen von Kontextfaktoren und altersgemäße Entwicklungsaufgaben), die als erster Entwurf einer ICF-CY (children and youth) vorliegt. Die besonderen Aspekte, die bei der Beurteilung der funktionalen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen Berücksichtigung finden sollten, beziehen sich auf die unterschiedlichen Auswirkungen der Manifestation, Intensität und Beeinträchtigungen abhängig vom Entwicklungsalter und die Veränderungen über die Zeit während der ersten beiden Lebensdekaden. Das diagnostische Instrumentarium muss daher veränderungssensitiv sein und erwartete Entwicklungsfortschritte angemessen berücksichtigen. (Quelle: Allgemeine Rahmenempfehlungen zur ambulanten Rehabi-litation von Kindern und Jugendlichen der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin und der Fachgesellschaft für Rehabilitation im Kindes- und Jugendalter (2007). Siehe weiterführende Links)

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