Reha-Träger

Weil die Teilhabe für Kinder und Jugendliche sich auf unterschiedlichste Lebens- und Entwicklungsbereiche bezieht, muss das Fachkräfte-Team in den Reha-Kliniken interdisziplinär aufgestellt sein. Neben Fachärztinnen und –ärzten für Kinder- und Jugendmedizin sind auch die therapeutischen, pflegerischen und pädagogischen Berufe gefragt. Sie alle haben ihre Entsprechung außerhalb der Reha-Kliniken: in der ambulanten Versorgung, den kommunalen Unterstützungs- und Betreuungsangeboten oder im Bildungssystem. Alle die regelmäßig beruflich mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, sollten die Möglichkeiten der Rehabilitation und die Leistungen zur Teilhabe kennen, um entsprechend beraten zu können.

Die Leistungsgruppen (§5 SGB IX) umfassen neben den Leistungen zur medizinischen Rehabilitation auch:

  • Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
  • Unterhaltssichernde und andere ergänzende Leistungen
  • Leistungen zur Teilhabe an Bildung
  • Leistungen zur sozialen Teilhabe

Der Wegweiser Rehabilitation und Teilhabe gibt einen detaillierten Überblick über Leistungen und Leistungsträger, für Menschen aller Altersgruppen (Stand 2013, das Bundesteilhabegesetz ist hier noch nicht berücksichtigt).

Mit der folgenden Übersicht über Leistungsträger im Bereich der Teilhabe von jungen Menschen mit Behinderungen sollen Fachkräfte bei der Einordnung der medizinischen Reha für Kinder und Jugendliche unterstützt werden. Insbesondere für Leistungen zur Teilhabe, die nicht schwerpunktmäßig medizinisch bzw. somatisch ausgerichtet sind, gibt es weitere mögliche Ansprechpartner neben der Renten- und Krankenversicherung. Fragen zu vor- und nachrangiger Leistungszuständigkeit sind hierbei ausgeklammert; nähere Hinweise zu den Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe der einzelnen Träger und zu den Zuständigkeiten finden Sie im Wegweiser Rehabilitation und Teilhabe.

Allgemein gilt:

Die Rentenversicherung (Deutsche Rentenversicherung, DRV, sowie die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, SVLFG, hier als landwirtschaftliche Alterskasse) erbringt Leistungen zur medizinischen Reha für Kinder von Versicherten, Beziehern einer Altersrente oder Erwerbsminderungsrente oder für Bezieher einer Waisenrente. Voraussetzung ist, dass die Krankheit des Kindes oder Jugendlichen (ausgenommen akute Erkrankungen oder Infektionskrankheiten) Einfluss auf dessen spätere Erwerbsfähigkeit haben kann. Die Rentenversicherung erbringt darüber hinaus Reha für selbstversicherte Jugendliche und junge Erwachsene.

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) erbringt Leistungen zur medizinischen Reha für (mit)versicherte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.

Die gesetzliche Unfallversicherung (DGUV sowie SVLFG, hier als landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft) erbringt Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe für Kinder und Jugendliche, die einen Schul- oder Arbeits-(incl. Wege-)Unfall erlitten haben. Eingeschlossen sind auch Kinder, die einen Hort oder eine andere Tageseinrichtung besuchen, ebenso Studierende während der Aus- und Fortbildung an Hochschulen. Die gesetzliche Unfallversicherung ist für ihre Versicherten umfassend für die medizinische Rehabilitation sowie die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben und am Leben in der Gemeinschaft verantwortlich. Die Leistungen ergeben sich im Wesentlichen aus den §§ 26 ff. SGB VII sowie den entsprechenden Regelungen des SGB IX. Alle geeigneten Maßnahmen infolge eines Versicherungsfalls werden von Amts wegen erbracht- es bedarf keinerlei Anträge. Dabei steht der Inklusionsgedanke im Vordergrund.

Die Bundesagentur für Arbeit erbringt Leistungen zur Teilhabe an beruflicher Bildung, bei bestehendem Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis auch Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben für behinderte (einschließlich lernbehinderte) Kinder und Jugendliche oder wenn bei diesen eine Behinderung droht. Entsprechende Leistungen erhalten auch junge Menschen, die wegen Art oder Schwere ihrer Behinderung am Eingangsverfahren bzw. am Berufsbildungsbereich einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) teilnehmen.

Die Jugendhilfe erbringt Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe (Eingliederungshilfe, als solche auch Leistungen zur Teilhabe an Bildung) für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche, wenn eine Beeinträchtigung der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft vorliegt oder droht.

Die Sozialhilfe erbringt Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe (Eingliederungshilfe, als solche auch Leistungen zur Teilhabe an Bildung) für Kinder und Jugendliche mit wesentlicher körperlicher und/oder geistiger Behinderung oder wenn bei diesen eine solche droht. Bei nicht wesentlich behinderten Kindern/Jugendlichen entscheidet der Sozialhilfeträger im Rahmen pflichtgemäßen Ermessens.

Die Träger der Kriegsopferversorgung und –fürsorge erbringen Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe für Kinder und Jugendliche im Rahmen des Rechts der sozialen Entschädigung bei Gesundheitsschäden (z. B. bei Impfschäden oder für Opfer von Gewalttaten).

Die leistungsrechtliche Verpflichtung von Schulträgern vor allem im Kontext „inklusiver Beschulung“ ergibt sich aus dem jeweiligen Landesrecht. Im vorschulischen Bereich resultiert die leistungsrechtliche Verpflichtung der Kultusbehörden im Kontext der Erbringung medizinischer Leistungen zur Früherkennung und Frühförderung zudem unmittelbar aus dem SGB IX (§ 46).

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