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Reha-Info 01/2016 - Editorial

Rund 7, 5 Mio. schwerbehinderte Menschen leben in Deutschland, 2, 6 Mio. Menschen sind pflegebedürftig, Tendenz steigend. Die Ausgaben für Reha-Leistungen sind bis 2014 auf 32,6 Mrd. Euro gestiegen – ein Trend, der sich in den nächsten Jahren laut Statistischem Bundesamt fortsetzen wird. Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Sie sorgen für Transparenz, sie geben Einblick in Entwicklungen, sind unverzichtbare Grundlage für Weiterentwicklung, sie unterstützen Planung und Steuerung. Ein Selbstläufer sind Zahlen und Daten allerdings nicht – sie bergen auch Gefahren: Allzu schnell vermitteln sie Objektivität, erwecken den Anschein von Eindeutigkeit, verleiten zum Vergleich und schließlich gibt’s da noch den doch schon recht abgenutzten (immer noch zutreffenden?) Spruch: „Trau keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast“ und die ungeliebten Zahlenfriedhöfe wären da auch noch zu erwähnen.
Zahlen allein stellen noch keinen eigenen Wert dar und das Sammeln und Zusammenstellen von Zahlen und Daten oder auch neue Erhebungen führen nicht von selbst zu belastbaren Erkenntnissen. Um relevante Erkenntnisse zu generieren braucht es zunächst die richtigen Fragen:
Was ist das Ziel, was ist die Aufgabenstellung? Welche Daten werden gebraucht? Welche Datenquellen stehen zur Verfügung? Was sagen die Zahlen aus – was nicht? Wie erfolgt die Auswertung? Wie erfolgt die Bewertung? Welcher Kontext ist zu beachten?
Schon die Erstellung und die Zusammenstellung von Zahlen ist eine Auswahl und somit von einem Interesse geleitet. Wie wichtig die vorbereitenden Schritte sind, wird klar, wenn man sich vor Augen führt: Zahlen spiegeln nicht nur Realitäten wider – sie schaffen sie auch.
Auch die Arbeiten am Gesetzentwurf für ein Bundesteilhabegesetz haben verdeutlicht, dass dem Bereich „Zahlen – Daten – Fakten“ eine hohe Bedeutung beizumessen ist. Die in dieser Ausgabe der Reha-Info veröffentlichte BAR-Statistik versteht sich als Beitrag, dies zu untermauern.

Ich grüße Sie herzlich
Ihre Helga Seel
Geschäftsführerin der BAR