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Reha-Info 01/2015 - Editorial

Controller mögen sie, Journalisten auch, und die Leser sowieso. Denn Zahlen machen aus Botschaften scheinbar Fakten und aus Fakten Botschaften. Aber: Zahlen sprechen nicht für sich – sie bedürfen einer sorgfältigen Interpretation unter Nutzung aller verfügbaren Informationen. Sie müssen „gelesen“ werden, in ein
Verhältnis gebracht, in einen Kontext gesetzt werden. Denn wie kann man bewerten, ob Reha-Leistungen (zu) teuer sind, wenn man die Ausgaben nicht in Bezug zum Nutzen setzt. Wenn man nämlich das vielzitierte Diktum einer Prognos-Studie, nach der die Gesellschaft für jeden in die medizinische Rehabilitation investierten Euro fünf zurückbekomme, anführt, relativieren sich die durchaus hohen Ausgaben für die Dienstleistung Reha und Teilhabe ganz schnell.
Was darf es also kosten? Was ist uns beispielweise das komplexe Reha-Ziel berufliche Teilhabe wert? Allemal geht es um Effektivität und Effizienz, um Investitionen und was dabei herauskommt. Es geht also um Zahlen und Statistiken, und die lassen sich mit dem sogenannten sozialmedizinischen Verlauf von  Rehabilitationsmaßnahmen belastbar ins Verhältnis setzen. Man kann Rückschlüsse ziehen, kann eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufmachen und erkennt schnell, ob die Investition sich amortisiert hat. Nehmen wir noch einmal die Prognos-Studie. Deren Analyse hat bereits für das Jahr 2005 ergeben, dass durch erfolgreiche Reha-Maßnahmen ca. 6 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage vermieden werden konnten. Das sind 54.400 Berufstätigkeitsjahre oder ein Nettonutzen der Rehabilitation von 5,7 Milliarden Euro. Diese Zahlen sprechen dann für sich.


Ich grüße Sie herzlich
Ihre Helga Seel
Geschäftsführerin der BAR