Berufliche Rehabilitation

Mit Hilfe einer beruflichen Rehabilitation (Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben) sollen Sie weiter arbeiten können.
Dies kann sein:

  • an dem gleichen Arbeitsplatz oder
  • in dem gleichen Beruf oder
  • in einem neuen Beruf

Eine berufliche Rehabilitation kann verschiedene Leistungen beinhalten, zum Beispiel

  • Veränderungen des Arbeitsplatzes (zum Beispiel durch höhenverstellbare Tische, spezielle  Bildschirme oder Rampen),
  • technische Arbeitshilfen (zum Beispiel Hebehilfen, Lesegeräte),
  • Weiterbildungen (zum Beispiel Computerkurse, Sprachkurse),
  • Ausbildungen,
  • Arbeitsassistenz (regelmäßige Unterstützung am Arbeitsplatz durch eine Person),
  • Zuschüsse an den Arbeitgeber (zum Beispiel zu den Lohnkosten),
  • Kraftfahrzeughilfe (Umbau des Fahrzeuges).
Fallbeispiel

Der Rangierer M. hat einen Arbeitsunfall. Er wird während der Arbeit zwischen zwei Zugwaggons eingeklemmt und verletzt sich dabei sehr schwer am Bein. Der linke Oberschenkel muss amputiert werden. Herr M. kann durch den Unfall nicht mehr als Rangierer arbeiten. Der Reha-Manager der zuständigen Unfallversicherung spricht mit Herrn M. und dem Arbeitgeber. Herr M. kann einen anderen Arbeitsplatz bei seinem Arbeitgeber erhalten. Er arbeitet jetzt als Pförtner. Für seinen neuen Arbeitsplatz bekommt er einen höhenverstellbaren Schreibtisch und einen speziellen Bürostuhl. So kann er auch mit seinen Unfallverletzungen weiter arbeiten.

Was bringt mir die berufliche Rehabilitation?

Eine berufliche Rehabilitation kann Ihnen dabei helfen, Ihren Arbeitsplatz zu behalten und weiterhin zu arbeiten. Wenn Sie keinen Arbeitsplatz haben, kann Ihnen eine berufliche Rehabilitation helfen, einen neuen Arbeitsplatz zu finden.

Welche Möglichkeiten gibt es, an den Arbeitsplatz oder den Beruf zurückzugehen?

Manchmal kann der Arbeitsplatz mit technischen Hilfen umgestaltet werden. Dies können zum Beispiel höhenverstellbare Schreibtische, Lesegeräte oder Hebehilfen sein. Hier finden Sie weitere Informationen zu den Hilfsmitteln .

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit an einer Trainingsmaßnahme teilzunehmen. Diese bereitet Sie auf Ihre Tätigkeit und Ihren Arbeitsplatz vor. Eine Probebeschäftigung soll den Einstieg oder Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtern. Die Zusammenarbeit kann dabei ausprobiert werden.

Was passiert, wenn Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben können?

Wenn Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben können, kann eine Weiterbildung wie ein Computerkurs oder ein Sprachkurs hilfreich sein. Damit können Sie vielleicht eine neue Arbeit finden oder in Ihren erlernten Beruf zurückkehren. Manchmal kann eine Umschulung in Frage kommen. Das bedeutet, dass Sie wie bei einer Ausbildung einen Berufsabschluss erwerben, nur in kürzerer Zeit.

Vielleicht sind Ihre Krankheit oder Unfallfolgen aber auch so schwer, dass Sie nicht mehr auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten können. Dann kann überlegt werden, ob Sie in einer Werkstatt für behinderte Menschen arbeiten können.

Welche Möglichkeiten gibt es für junge Menschen?

Junge Menschen werden bei der Berufswahl, der Suche nach einem Ausbildungsplatz, bei der Vorbereitung auf die Ausbildung und während der Ausbildung unterstützt. Für junge Menschen mit Beeinträchtigungen gibt es besondere Einrichtungen und Fördermöglichkeiten, die eine Ausbildung ermöglichen.

Wie bekomme ich eine berufliche Rehabilitation?

Für eine berufliche Rehabilitation müssen Sie einen Antrag bei einem Rehabilitationsträger stellen. Rehabilitationsträger für die berufliche Rehabilitation sind unter anderem

  • die Agentur für Arbeit,
  • Gesetzliche Rentenversicherung,
  • Gesetzliche Unfallversicherung bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten,
  • Sozialhilfeträger,
  • Jugendhilfe,
  • Hauptfürsorgestellen.

Diese übernehmen auch die Kosten für die berufliche Rehabilitation.

Wo findet die berufliche Rehabilitation statt?

Die berufliche Rehabilitation kann in Betrieben oder Einrichtungen stattfinden.  Besondere Einrichtungen sind zum Beispiel:

Ihr Berater/Ihre Beraterin beim Rehabilitationsträger kann Ihnen hier weiter helfen.

Wie können mir Integrationsfachdienste weiterhelfen?

Integrationsfachdienste beraten und unterstützen Menschen mit Behinderung bei der Arbeit und Ausbildung. Auch für Arbeitgeber stehen sie als Ansprechpartner zur Verfügung.  Zielgruppen der Integrationsfachdienste sind insbesondere

  • schwerbehinderte Menschen mit einem besonderen Bedarf an arbeitsbegleitender Betreuung, zum Beispiel bei einer geistigen oder seelischen Behinderung,
  • Beschäftigte aus den Werkstätten für behinderte Menschen, die den allgemeinen Arbeitsmarkt erreichen können und
  • schwerbehinderte Schulabgänger.

Weitere Informationen zur beruflichen Rehabilitation

REHADAT

Bundesagentur für Arbeit

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