Reha-Info Orientierungsrahmen

Orientierungsrahmen für die Arbeit der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation 2013 – 2015 

Das Aufgabenfeld „Rehabilitation und Teilhabe“ ist gekennzeichnet durch Komplexität der Themen und der Einflussfaktoren, die innerhalb der Themenbereiche wirken. Der Orientierungsrahmen – handlungsleitend für die Arbeit der BAR für die Jahre 2013 – 2015 - verdeutlicht diese Vielfalt und Komplexität und zeigt zugleich die wachsende Bedeutung von Rehabilitation und Teilhabe auf.

Grafische Darstellung der Arbeitsfelder der BAR in Form von bunten Kästchen als Tabelle

Die Arbeitsfelder der BAR

Erklären

Drei Jahre – diesen Zeitraum umfasst der Orientierungsrahmen der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR). Seine Aufgabe: Orientierung bieten und den Rahmen für das trägerübergreifende Handeln setzen. Was der Vorstand Ende 2012 beschloss, die Mitglieder zuvor an Themen und Projekten als wichtig markierten und die Geschäftsstelle der BAR methodisch und inhaltlich zusammenfügte, ist jetzt Grundlage für das gemeinsame Tun der Rehabilitationsträger von 2013 bis 2015.

Konkretisieren in Projekten

Worum geht es konkret? Es werden:

  • Gemeinsame Empfehlungen neu erarbeitet oder fortgeschrieben, um das Teilhaberecht zu gestalten und gesetzliche Regelungen durch Kooperation und Koordination mit Leben zu füllen

  • Vereinbarungen getroff en, um Umsetzungsaufgaben abgestimmt und gemeinsam wahrzunehmen

  • Arbeitshilfen für konkrete Fragestellungen erstellt, um Hilfestellung bei der täglichen Arbeit zu bieten

  • Fachveranstaltungen durchgeführt, um drängende Themen aufzugreifen und notwendige Denk- und Handlungsprozesse anzuschieben. Der Auftrag einer wirksamen und wirtschaftlichen Rehabilitation wird explizit Gegenstand weiterer Betrachtungen und Analysen in mehreren Projekten, die sich trägerübergreifend mit der Optimierung des Systems der Rehabilitation und Teilhabe befassen. 


Gestalten in tragfähigen Bezügen

Neben zahlreichen neuen Projekten zeigen die BAR und ihre Mitglieder auch in den kontinuierlichen Aufgaben ihre Verantwortung und Gestaltungsbereitschaft. Notwendige Abstimmungen in Gremien der Selbstverwaltung, die Zusammenarbeit mit der Politik und den Ministerien auf Bundesund Landesebene sowie der Austausch mit Leistungserbringern und Behindertenverbänden sind strukturierende Elemente für ein modernes System der Rehabilitation und Teilhabe. 

Ziele setzen, Bezugspunkte definieren und Methoden auswählen

Für den Orientierungsrahmen 2013 bis 2015 ist ein methodisch erprobtes Projektmanagement die Grundlage des Handelns.

Klar definierte, transparente Arbeitsprozesse und ein arbeitsökonomisches Vorgehen sind verabredet. Und die Ziele? Mit dem Input der Mitglieder und der Gremien der BAR wurden die inhaltlichen Hinweise und Antworten in einem internen Workshop der Geschäftsstelle ausgewertet und aufbereitet. Die große Themenvielfalt machte allerdings eine Kategorisierung notwendig. Vier übergeordnete Bezugspunkte zeigen deutlich, woran sich die Arbeit der nächsten drei Jahre ausrichten wird und in welchen Funktionen die BAR dabei aktiv wird:

  • Ökonomische Aspekte - Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit des Systems Rehabilitation und Teilhabe steigern
  • RehaFutur - Empfehlungen aus dem Reha- Futur- Entwicklungsprojekt aufgreifen
Grafische Darstellung der Projekte und kontinuierlichen Aufgaben der BAR. Grauer Hintergrund mit bunten Kreisen auf der linken Seite, die die Themen darstellen sollen. Diese werden gebündelt in Quadraten und werden rechts in einem Kreis aufgeteilt.

Den Rahmen bilden und ausfüllen

Beibehalten wird der Orientierungsrahmen seine bewährte Gliederung in „Projektbezogene Aufgaben“ und „Kontinuierliche Aufgaben“. Beide Abschnitte sind in mehrere Arbeitsfelder aufgeteilt, die sich weiter ausdifferenzieren und mit neuen Aufgaben ausgestattet sind:

Projektbezogene Aufgaben:

  • Gemeinsame Empfehlungen
  • Ökonomische Fragestellungen der Rehabilitation und Teilhabe unter trägerübergreifenden Gesichtspunkten
  • Weiterentwicklung und Implementierung der Rehabilitation und Teilhabe in Praxis, Wissenschaft und Öff entlichkeit
  • Rehabilitation im internationalen Kontext

Kontinuierliche Aufgaben:

  • Weiterentwicklung der allgemeinen tr.gerübergreifenden Zusammenarbeit und Umsetzung in der Praxis
  • Weiterentwicklung und Umsetzung der medizinischen Rehabilitation
  • Weiterentwicklung und Umsetzung der Teilhabe am Arbeitsleben und am Leben in der Gemeinschaft
  • Koordinierung der trägerübergreifenden Zusammenarbeit auf Ebene der BAR: Gremienarbeit
  • Fort- und Weiterbildung
  • Internationale Zusammenarbeit
  • Öffentlichkeitsarbeit, Aufklärung und Statistik
Grafische Darstellung der Aufgaben der BAR

Kooperieren, koordinieren

Im Zusammenspiel von projektbezogenem Vorgehen und kontinuierlichen Aufgabenstellungen gestaltet die BAR ihren gesetzlichen und satzungsgemäßen Koordinierungsauftrag. Strukturelle Hindernisse überwinden, die Kooperation der Träger unterstützen und alle an einen Tisch holen – darum geht es nicht nur punktuell und für einzelne Themen. Im Kern geht es also darum: einen im Kontext der Selbstverwaltung konsensualen Prozess der Meinungsbildung herbeizuführen, der handlungsleitend wirkt.

Beispielhafte Beschäftigungsfähigkeit

Um ein gutes Beispiel für die neuen Aspekte und die dadurch wachsende Bedeutung der Rehabilitation zu nennen: Der Erhalt von Beschäftigungsfähigkeit. Eine für die zukünftige Gestaltung der sozialen Sicherungssysteme zentrale Rahmenbedingung ist die demografische Entwicklung. Während die Lebenserwartung steigt, verharrt die Geburtenentwicklung auf dem gegenwärtigen Stand. Auf dem Arbeitsmarkt geht die Abnahme der Zahl der erwerbsfähigen Bevölkerung einher mit einer Verschiebung hin zu den älteren Beschäftigten. Daraus resultiert die Zunahme erwerbstätiger Menschen mit chronischen Erkrankungen und damit verbundenem Reha-Bedarf bei gleichzeitiger Verlängerung der Lebensarbeitszeit. Das erfordert neue und gemeinsame Konzepte - von den Reha-Trägern, den Sozialpartnern, den Betrieben und von der Politik. Konkret wird sich dies insbesondere durch die im Orientierungsrahmen skizzierten Projekte zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement, im Kontext psychischer Gesundheit (siehe Projektskizze unten) und bei der besseren Verzahnung von Rehabilitation mit Prävention in der Arbeitswelt bewähren können und müssen. Dabei werden notwendige Leistungen der beruflichen und medizinischen Rehabilitation in ein anderes Licht rücken. Denn: neben dem Ziel, die Teilhabe von Menschen mit Behinderung wiederherzustellen und zu sichern, kommen mit den neuen Aspekten zunehmend auch ökonomische Fragestellungen in den Blick.

Grafische Darstellung der BAR Projektskizze 2013

Mehr Referenzen

Auch die weiteren Themen aus den Arbeitsfeldern machen deutlich, dass mit Blick auf die Rahmenbedingung „Kosten“ die Herausforderung darin besteht, mit begrenzten finanziellen Ressourcen und Personalkapazitäten optimale Angebote für Menschen mit Behinderung zu schaffen. So wird Nachhaltigkeit zu einem wichtigen Thema, das eine gemeinsame und damit trägerübergreifende Verständigung braucht, um das Gesundheitswesen auch in Zukunft finanzierbar zu halten. Mit dem SGB IX und der UN-Behindertenrechtskonvention haben weitere zentrale Stichworte wie Individualisierung und Partizipation (siehe Projektskizze unten)ihre (menschen-) rechtliche Hinterlegung erfahren und bleiben so die Referenzen für effektiven und effizienten Mitteleinsatz.

Grafische Darstellung der BAR Projektskizze 2013

Im System durchblicken

Auch wenn die Darstellung der vielen Projekte und Themen mit ihren mehrfachen Aufhängungen zunächst verwirrt: sie verdeutlicht und steht stellvertretend für die Komplexität und die Interdependenzen, auf die sich gewollte Eingriffe in einem gegliederten System beziehen müssen. Das zu erkennen und als Grad an Ausdifferenzierung zu akzeptieren reicht aber nicht aus. Es erfordert und eröffnet vielmehr ein Handeln, das sich der Notwendigkeit des Einfachen, des Klaren verpflichtet: der Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Behinderung. (Beispiel 1, siehe Kasten) Neben Beispielen aus der Praxis und den von einer Projektgruppe zuvor erarbeiteten Beratungsstandards geht es auch um eine gemeinsame Strategie für einen niedrigschwelligen Zugang zu Beratung. So werden die Projektergebnisse den Rehabilitationsträgern bei der Ausgestaltung von Beratungsleistungen vor Ort Standards und Hilfestellungen anbieten. Während dieses Projekt also Bezug nimmt auf das SGB IX und RehaFutur gibt es zahlreiche weitere Projekte die z.B. ökonomische Aspekte, das SGB IX und/oder RehaFutur als Bezugspunkte haben.  Andere Aufgabenstellungen ergeben sich aus den Bezügen zur UN-Behindertenrechtskonvention und dem SGB IX. (Beispiel 2, siehe Kasten) Die Zuordnung aller Projekte zu den vier Bezugspunkten gewährleistet so über das einzelne Projekt hinaus, ein projektübergreifendes Vorgehen mit einer klaren Zielorientierung.

So verstanden, ordnet sich Rehabilitation und Teilhabe in die Diskussion um einen gesellschaftlichen Zusammenhang ein, die zunächst und vorwiegend unter den genannten Stichworten Demografischer Wandel, Nachhaltigkeit, Individualisierung und Partizipation geführt wird und sich dabei der stärkeren ökonomischen Betrachtung von Systemfragen zu stellen hat. Es zeigt sich, dass dadurch die Aufgabe, Orientierung zu suchen, zu finden, zu haben und zu geben, als Leitmotiv bleibt. Dazu braucht es: Transparenz, Zutrauen und Vertrauen.

Projekt Trägerübergreifende Beratungsstandards
Projekt Rahmenempfehlungen zur ambulanten medizinischen Rehabilitation

An Werten orientieren

Es braucht daher eine eigene Form von Orientierung und Verständigung, die über einen einzelnen Orientierungsrahmen und dessen Laufzeit hinausgeht. Die BAR hat sich dazu erklärt: Im Sinne von Inklusion wollen wir mitwirken eine Gesellschaft zu verwirklichen, in der Menschen mit Behinderungen ihre vollständige, selbstbestimmte Teilhabe erreichen und Rehabilitation zielgerichtet, effektiv und effizient erbracht wird.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Den vollständigen Orientierungsrahmen finden Sie auf der Internetseite der BAR www.bar-frankfurt.de.