Foto von Dr. Helga Seel

Reha-Info 05/2015 - Editorial

Sitz, passt, wackelt und hat Luft. Diese alte Handwerkerweisheit reicht nicht aus wenn es darum geht, die Leistungen für Reha und Teilhabe an den Bedürfnissen und Bedarfen des einzelnen Menschen mit Behinderung auszurichten. Hier geht es eher um Maßarbeit, um eine individuelle Montur, die wie angegossen sitzen muss. Es geht um konkrete Lösungen für den konkreten Menschen in einer konkreten Situation. Das ist kein leichtes Unterfangen, die Konkretisierung von Bedarfen im Gefüge von Rehabilitanden, Leistungsträgern und Leistungserbringern. Das klingt schon ein wenig nach der Quadratur des Kreises.

Doch die Mühen lohnen sich. Denn passgenaue und individuelle Teilhabeleistungen können ein Gewinn für alle Beteiligten sein. Sie sind der Schlüssel für eine erfolgreiche Rehabilitation. Das zeigen mittlerweile eine Reihe von Studien. Ein Gutachten des Basler Prognos-Instituts prognostiziert für das Jahr 2025 ganz erhebliche Renditen für die Volkswirtschaft durch Reha-Maßnahmen. Auch geht die Studie für diesen Zeitraum von einem Anstieg der Zahl der Rehabilitanden von 9 % aus. Reha kann helfen, sei es bei der Verhinderung von frühzeitiger Verrentung oder wenn es darum geht, Pflegebedürftigkeit zumindest aufzuschieben. Aber auch beim Gewinn von individueller Lebensqualität für Menschen mit Behinderung. Diese denken jeweils von ihrem eigenen Problem her. Und der Teilhabeanspruch ist ein ganzheitlicher, der einen personenzentrierten Ansatz benötigt. Erfolgreiche Bedarfsfeststellung als Grundlage einer erfolgreichen Reha ist daher eine  Herausforderung, der sich die Akteure stellen müssen. Die Arbeit der BAR zielt darauf ab, die Beteiligten zu unterstützen bei der Erfüllung dieser Ziele.

Ich grüße Sie herzlich
Ihre Helga Seel
Geschäftsführerin der BAR