Foto von Helga Seel

Reha-Info 02/2015 - Editorial

Wenn Sportler wiedereinsteigen, Politiker oder Popmusiker zurückkehren, spricht man neudeutsch von einem Comeback. Sie steigen wieder ein, kommen zurück und wie sie hoffen, stärker denn je. Ihre Wiederkehr steht oft im Blickpunkt des öffentlichen Interesses. Das Comeback des Jahres vollzieht sich gefühlt mindestens einmal pro Woche. Abseits dieses inflationären Medienfeuers jedoch, fern des Rampenlichts, vollziehen sich tagtäglich kleine Stücke des Lebens, in denen Menschen versuchen, nach längerer Krankheit wieder in ihren Berufen und Arbeitsstellen Fuß zu fassen.

Häufig ist die Rückkehr an den alten Arbeitsplatz oder der Start in ein neues Arbeitsfeld unproblematisch. Die Menschen freuen sich, ihre wiederhergestellte Arbeitskraft unter Beweis stellen zu können und suchen neue Herausforderungen. Aber nicht immer läuft der Prozess des Wiedereinstiegs reibungslos ab. Dann sind nicht nur die Zurückkehrenden belastet, auch das Umfeld ist gefordert, der Arbeitgeber, Kolleginnen und Kollegen. Um innerhalb des Arbeitsumfelds eine tragfähige Balance zu bekommen, müssen alle Beteiligten mit offenen Karten spielen und Kompromisse ausloten. Belastungserprobungen und Methoden der Konfliktbewältigung sind hilfreich, wenn es darum geht, am Arbeitsplatz überforderte – manchmal ja auch unterforderte - und damit frustrierte Arbeitnehmer zu vermeiden.

Mittlerweile gibt es ein breites Angebot berufsbezogener Interventionen. Seine drei Säulen sind dem biopsychosozialen Modell zufolge das Verbessern der körperlichen Leistungsfähigkeit, das Stärken der persönlichen Ressourcen und das Verändern des beruflichen Kontextes. Hierzu ist eine breit angelegte Kooperation, die Vernetzung von Betrieben, Leistungsträgern und –erbringern notwendig.

Denn einer der wichtigsten Aspekte gesellschaftlicher Partizipation ist die Integration in die Erwerbsarbeit. Diese ist nicht nur für Menschen mit Behinderungen eine wichtige Voraussetzung dafür, am Leben in der Gesellschaft teilzuhaben.

Ich grüße Sie herzlich
Ihre Helga Seel
Geschäftsführerin der BAR