Prinzipien der Barrierefreiheit

Die Anforderungen an barrierefreie Internetseiten lassen sich im Wesentlichen in drei Grundsätzen ausdrücken:

  1. 2-Wege-Prinzip der Darstellungen
    Jede Information auf der Internetseite soll auf mehr als einem Weg zugänglich gemacht werden. Das bedeutet in der Praxis einen alternativen Text für Bilder, Untertitel für Bewegtbilder und Bedienbarkeit der Funktionen gleichermaßen per Maus und Tastatur.
  2. Selbstständigkeit des Besuchers
    Jeder Besucher mit oder ohne Beeinträchtigung muss die Internetseiten ohne fremde Hilfe bedienen können.
  3.   Universaldesign
    Eine spezielle Textversion einer Internetseite ist keine Lösung. Optimal ist es, wenn die Oberfläche für einen Internetauftritt für alle Menschen entwickelt wird.

Anforderungen verschiedener Behinderungen

Wir unterscheiden vier Arten der Behinderung, welche unterschiedliche Anforderungen an Barierrefreie Internetseiten stellen.

  1. Gehörlosigkeit und Schwerhörigkeit
    Für Gehörlose müssen Videoinhalte mit Untertitel versehen sein oder Audioinhalte in Gebärdensprache übersetzt werden.
  2. Sehbehinderung bis Blindheit
    Sehbehinderte benötigen starke Kontraste und Funktionen zur Textvergrößerung. Blinde Menschen sind auf Textalternativen und sinnvolle Strukturelemente für Überschriften oder Listen angewiesen.
  3. Behinderung der Motorik
    Menschen mit eingeschränkter Motorik arbeiten mit der Tastatur, mit Mausersatzgeräten oder mit Spracheingabe. Für sie sind eine gute Tastaturbedienbarkeit, große und leicht ansteuerbare Klickflächen wichtig, da es ihnen schwer fällt, den Cursor genau zu steuern.
  4. Lernbehinderung
    Für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen sollten Inhalte in Leichter Sprache und in einfachen Seitenstrukturen angeboten werden.

Einfach für alle

Als umfassende deutschsprachige Quelle zum Thema "Barrierefreies Internet" muss an dieser Stelle die Seite www.einfach-fuer-alle.de genannt werden - Das Angebot der Aktion Mensch für ein barrierefreies Internet.

WCAG2.0

Seit 2008 gelten die internationale Richtlinien für barrierefreie Webinhalte, die Web Content Accessibility Guidelines in der Version 2.0 (WCAG 2.0). Eine von der Aktion Mensch ins Leben gerufene Arbeitsgruppe hat eine deutsche Übersetzung der Richtlinien erarbeitet. Das World Wide Web Consortium (W3C) hat diese Übersetzung autorisiert und offiziell unter w3.org/Translations/WCAG20-de veröffentlicht.