Die Ermittlung von Teilhabebedarf konsequent weiterentwickeln

b3- Basiskonzept für die Bedarfsermittlung in der beruflichen Rehabilitation

Menschen mit Behinderung passgenaue Hilfen anzubieten, ist das Ziel von Leistungsträgern wie auch Leistungserbringern. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist, möglichst genau zu ermitteln, welche Unterstützung der Mensch mit Behinderung braucht. Deshalb ist der Bedarfsermittlungsprozess maßgeblich für seine individuellen Teilhabechancen. Leistungsträger wie Leistungserbringer bedienen sich dafür unterschiedlicher Instrumente. Je besser diese aufeinander abgestimmt sind, desto zielgenauer lässt sich der Bedarf bestimmen.

Weiterentwicklungspotenziale im Bereich der Bedarfsermittlung von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben hat die Machbarkeitsstudie „Prüfung von aktuellem Stand und Potential der Bedarfsermittlung von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben unter Berücksichtigung der ICF“(Abschlussbericht: www.bar-frankfurt.de)(2012/2013) aufgezeigt: Auf Basis dieser Ergebnisse werden bis zum Jahr 2018 leistungsträger- und leistungserbringerübergreifende Grundlagen zur Bedarfsermittlung entwickelt. Dabei wird das bio-psycho-soziale Modell der Weltgesundheitsorganisation (WHO), das der Internationalen Klassifikation für Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) zugrundliegt, genutzt.

Gemeinsam mit Vertreter/-innen von Leistungsträgern und Leistungserbringern sowie Verbänden von Menschen mit Behinderung und weiteren Akteuren wird ein Basiskonzept für die Bedarfsermittlung anfertigt. Dieses Basiskonzept soll der Vielzahl der derzeit für die Bedarfsermittlung eingesetzten Instrumente und Verfahren eine gemeinsame Grundlage und für die Akteure der Bedarfsermittlung einen – bislang fehlenden – übergreifenden Bezugsrahmen geben. Damit sollen Bezugspunkte für praktisches Handeln formuliert, gemeinsame Anforderungen an die Bedarfsermittlung der Akteure beschrieben und praktische Unterstützung für die Durchführung von Bedarfsermittlungsprozessen geboten werden.

Wesentliche Eckpunkte des Konzeptes stellen dar:

  • die Definition und Abstimmung von Grundsätzen für die Bedarfsermittlung,
  • die Entwicklung von konzeptuellen Grundlagen für Bedarfsermittlungsprozesse unter Nutzung des bio-psycho-sozialen Modells,
  • die Analyse und Strukturierung zur Bedarfsermittlung eingesetzter Instrumente und Verfahren in einer übersichtlichen Toolbox.

Eingeschlossen werden dabei sowohl Fragen der Bedarfsermittlung und –feststellung bei Leistungsträgern als auch die Prozesse bei Leistungserbringern zur Bedarfsermittlung im Rahmen der Durchführung von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben.

Das Basiskonzept, welches den Menschen mit seinen Bedarfslagen in den Mittelpunkt aller Aktivitäten der Bedarfsermittlung stellt, soll dazu beitragen:

  • eine effizientere Nutzung der Vielzahl an Instrumenten zu erreichen,
  • eine bessere Anschlussfähigkeit von Ergebnissen der Prozesse sicherzustellen,
  • die Möglichkeiten der Partizipation von Leistungsberechtigten zu verbessern,
  • eine erleichterte Bedarfsermittlungs- und Kommunikationsprozesse für die Akteure zu ermöglichen.

Neben positiven Effekten für Menschen mit Behinderung, z.B. Transparenz des Verfahrens undPassgenauigkeit der Hilfen, soll das Basiskonzept zugleich einen Beitrag zur Effektivität und Effizienz bei Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben leisten. Angesichts der Verschiedenheit der Verfahren und Instrumente zur Bedarfsermittlung sowie der Differenziertheit der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, wird das Projekt auf eine breite Basis gestellt: Neben dem Projektteam sind der systematische Einbezug von Experten und ein Projektbeirat wichtige Arbeitsinstrumente, um für die Praxis nutzbare Ergebnisse zu erzielen.

Kontakt b3:
Dr. Michael Schubert (Projektleiter), Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) e. V.,

E-Mail: bedarfsermittlungskonzept@bar-frankfurt.de,
Tel. 069/605018-24

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Die Kooperationspartner:

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